Die Bilder des Jahres 2011: foodwatch blickt zurück
22.12.2011
Was für ein turbulentes Jahr in unserem Kampf gegen Irreführung, Täuschung und Gesundheitsgefahren bei Lebensmitteln! Der Blick zurück auf 2011 macht Mut: Wenn wir gemeinsam aktiv werden, können wir etwas bewegen.
Unser gemeinsamer Protest zeigte 2011 vielfach Wirkung: Unternehmen haben ihre Produkte geändert, die Regierung zum Beispiel einen Grenzwert für Uran im Trinkwasser eingeführt. Allen, die durch ihre Teilnahme an unseren Aktionen oder ihre finanzielle Unterstützung für foodwatch dazu beigetragen haben, an dieser Stelle herzlichen Dank! Klicken Sie sich durch unsere Bilderstrecke und schauen Sie mit uns zurück auf die wichtigsten Themen und Erfolge des Jahres:
Das Jahr in Bildern
Klicken Sie auf ein Bild, um die Fotostrecke zu starten (10 Bilder)
Konzerne reagieren auf Kritik
Protest auf abgespeist.de zeigt Wirkung. Tausende Verbraucher beschwerten sich direkt bei Herstellern – zunehmend mit Erfolg: Gutfried etwa verwendet kein Schweinefleisch mehr in seiner Putenwurst, Käse-Multi Bongrain warnt vor Anti-Pilzmittel in der Käserinde.
Uran-Grenzwert endlich Gesetz
Jahrelang hatte foodwatch kritische Uranwerte in Trinkwasser öffentlich gemacht. Mit Erfolg: Seit 1. November 2011 gilt endlich ein verbindlicher Grenzwert für die Uranbelastung. Für Mineralwasser in Flaschen gibt es noch immer keine Höchstgrenze. Wir bleiben dran!
Nahrungsmittelspekulation: Hände weg vom Acker, Mann!
Ein foodwatch-Report belegt: Nahrungsmittelspekulation verursacht Hunger. Über eine E-Mail-Aktion forderten schon 50.000 Unterzeichner die Deutsche Bank zum Ausstieg auf. Der Protest zeigte Wirkung: Bis Januar 2012 will die Bank den Ausstieg aus den Spekulationsgeschäften prüfen.
Goldener Windbeutel immer populärer
Fast 120.000 Verbraucher machten mit bei der Wahl zur dreistesten Werbelüge des Jahres – ein Rekord. Klarer „Gewinner“: die vermeintlich sportlich-leichte Milch-Schnitte von Ferrero, die tatsächlich so viel Fett und Zucker enthält wie Schoko-Sahnetorte.
Etikettenschwindel: Jetzt auch Thema für die Politik
Endlich erkannte Ilse Aigner Etikettenschwindel offziell als Problem an: Auf lebensmittelklarheit.de können Verbraucher Mogelpackungen melden – ein erster Schritt. Und die Ministerin versprach, mit „staatlichen Maßnahmen“ auf die Kritik der Verbraucher zu reagieren.
Strahlengrenzwerte: EU korrigiert Politik
Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima war auch hierzulande die Sorge vor radioaktiv belasteten Lebensmitteln groß. Absurderweise lockerte die EU jedoch die Strahlengrenzwerte für Lebensmittel aus Japan. foodwatch machte dies öffentlich – und die EU korrigierte ihre Politik.
foodwatch deckt auf: Unzureichender Strahlenschutz
In dem umfassenden Report „Kalkulierter Strahlentod“ zeigte foodwatch: Die derzeit geltenden Höchstgrenzen in Japan und der EU für die radiokative Belastung von Lebensmitteln bieten keinen ausreichenden Gesundheitsschutz und müssen drastisch gesenkt werden.
Gute Chancen für das Smiley-System
Die Länder-Verbraucherminister sprachen sich für die Veröffentlichung der Lebensmittelkontrollen aus. Die Wirtschaftsminister stellen sich quer, doch ein kleiner Bezirk schafft Fakten: Berlin-Pankow bewertet Kontroll-ergebnisse aus der Gastronomie im Internet mit dem Smiley-System.
Dioxin im Essen: Symbolpolitik von Frau Aigner
Währen des Dioxin-Skandals stand bei foodwatch das Telefon nicht still. Verbraucherministerin Ilse Aigner versprach ein entschlossenes Vorgehen gegen Dioxin-Panscher. Doch ein foodwatch-Report deckte auf: Von den vollmundigen Ankündigungen blieb nicht viel übrig. Wir bleiben dran!
Informationsgesetz: Mehr Rechte für Verbraucher
Im Dezember setzte der Bundestag eine langjährige Forderung von foodwatch um und verabschiedete endlich ein neues Verbraucherinformationsgesetz (VIG) mit einigen Verbesserungen. Über Gammelfleisch muss damit aber auch in Zukunft nicht informiert werden.
Politik und Industrie unter ZugzwangWir glauben, unsere Bilanz für 2011 kann sich sehen lassen. Mehr denn je zeigt sich: Wenn wir gemeinsam handeln, sind Konzerne und Politik unter Zugzwang. Wir wissen aber auch: Wir dürfen nicht nachlassen und wir können noch mehr erreichen. Der Lebensmittelmarkt ist für uns Verbraucher da – und nicht umgekehrt. Wir werden auch im nächsten Jahr weiter kämpfen. Gemeinsam etwas bewegenMehr als 200.000-mal haben Verbraucher im vergangenen Jahr über E-Mail-Aktionen auf foodwatch.de und abgespeist.de direkt an Politiker und Unternehmen geschrieben, 150.000 Leser informieren sich regelmäßig durch unseren Newsletter und mehr als 20.000 Menschen stehen mittlerweile als Fördermitglieder hinter foodwatch. Diese breite Unterstützung ist enorm wichtig. foodwatch ist unabhängig von Staat und Lebensmittelwirtschaft und finanziert sich aus Förderbeiträgen und Spenden. Die Beiträge unserer Förderer machen foodwatch erst möglich. Geld ist das eine, die Anzahl unserer Förderer spielt aber auch eine große Rolle, um uns als Organisation Gehör zu verschaffen und eine deutliche Botschaft an die übermächtige Lebensmittel-Lobby zu senden. Unsere große Bitte: Unterstützen auch Sie unsere wichtige Arbeit für 2012 und werden Sie jetzt Fördermitglied: www.foodwatch.de/mitglied-werden
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