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Ernährungsfragen

OKTOBER 2009: Ist es gesünder Mineralwasser in Flaschen zu kaufen oder kann man auch ohne Bedenken sein Glas bequem unter den Wasserhahn halten?



Frage des Monats Oktober 2009:

Ist es gesünder Mineralwasser in Flaschen zu kaufen oder kann man auch ohne Bedenken sein Glas bequem unter den Wasserhahn halten?

Antwort der foodwatch-Ernährungsberaterin Katrin Glang:

Wasser ist nicht Wasser – es gibt Unterschiede, was die Herkunft und die Zusammensetzung des Wassers angeht. Mineralwässer werden aus dem so genannten Tiefenwasser gewonnen. Wie es der Name schon sagt, befindet sich dieses Wasser in tieferen Schichten als das Grundwasser. Als Grundwasser werden Wasseransammlungen im oberen Erdreich bezeichnet. Aus ihnen schöpfen sich etwa 80 Prozent des Leitungswassers, die restlichen 20 Prozent werden aus Flüssen und Seen gewonnen.

Kleiner Junge

Mineralwasser und auch Leitungswasser enthalten Mineralstoffe. Je nachdem wo sich ihre Quellen befinden, sind diese Mineralstoffe wie zum Beispiel Calcium, Magnesium und Kalium in unterschiedlichen Mengen vorhanden. Das hängt von dem Gestein ab, mit dem das Wasser in Berührung kommt. In manchen Städten enthält Leitungswasser mehr Mineralstoffe als so manches Mineralwasser. Genaue Angaben über den Mineralstoffgehalt von Leitungswasser lassen sich bei den örtlichen Wasserbetrieben erfragen. Bei Mineralwässern gibt der Blick auf das Etikett Auskunft über die meisten Inhaltsstoffe.

Wer bewusst Mineralien über das Wassertrinken zu sich nehmen möchte, weil er etwa eine bestimmte Diät macht oder Ausdauersport betreibt, kann auf entsprechendes Mineral- oder Heilwasser mit einem hohen Gehalt an bestimmten Mineralien zurückgreifen. Der menschliche Wasserhaushalt kann aber mit Leitungswasser voll gedeckt werden.


 

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Bei der Wahl, ob Hahn oder Flasche, gilt jedoch zu beachten, welche Trinkwasserrohre im Haus verwendet wurden. Bei alten oder mangelhaften Rohren können Spuren von Blei, Kupfer und anderen giftige Schwermetallen ins Trinkwasser gelangen. Ob dies der Fall ist, kann eine Nachfrage beim Vermieter klären – oder eine Schadstoffüberprüfung. Gegen eine Gebühr kann jeder eine Wasserprobe bei seinem Wasserversorger einreichen.

Wenn Säuglinge und Kleinkinder das Wasser zu sich nehmen, sollte bei beiden Wasserquellen zudem darauf geachtet werden, dass der Urangehalt bei unter zwei Mikrogramm pro Liter liegt. Bei Mineralwässern wird dies durch den Hinweis "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" garantiert. foodwatch veröffentlichte im Mai 2009 eine Liste mit Uranwerten von 435 Mineralwasser-Marken , die im Internet einzusehen ist. Auch zum Urangehalt von Leitungswasser hat foodwatch Informationen bei den Behörden eingeholt – hier kann ansonsten nur eine Nachfrage beim örtlichen Wasserversorger Aufschluss geben. Einen allgemeinen gesetzlichen Maximalwert für Uran im Wasser gibt es leider nicht, obwohl ein Gesundheitsrisiko für Kleinkinder bei einer dauerhaft erhöhten Uranaufnahme wissenschaftlich erwiesen ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wer nicht bewusst bestimmte Mineralien zu sich nehmen möchte und keine Verunreinigung durch Schwermetalle zu befürchten hat, kann seine Durst getrost mit Leitungswasser stillen. Dabei schont er nicht nur seinen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt, weil Transport und Verpackung von Mineralwässern entfallen.

Fragen und Antworten zu Uran im Wasser

 

Wichtiger Zusatz:

Seit dem 1.November 2011 gibt es für Trinkwasser einen Grenzwert.

Er liegt bei 10 Mikrogramm Uran pro Liter. Dieser ist jedoch so hoch angesetzt, dass zwar Erwachsene, nicht aber Säuglinge und Kleinkinder ausreichend geschützt werden.

Für Mineralwasser gibt es weiterhin keine allgemeingültigen Regelungen. Lediglich Wasser, das mit dem Hinweis „geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung“ beworben wird, darf nicht mehr als zwei Mikrogramm Uran pro Liter enthalten.

Lesen Sie mehr über die Forderungen von foodwatch nach Absenkung des Grenzwertes und gesetzlichen Bestimmungen für Mineralwasser.

 

Fordern Sie einen Grenzwert für Uran im Wasser!


 

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