
Ernährungsfragen |
01.07.2009
In letzter Zeit habe ich viel von den angeblich gesundheitsfördernden Eigenschaften des Kaffees gehört. Bisher kannte ich Kaffee immer nur als Flüssigkeitsräuber. Was ist denn nun richtig?
Kaffee wurde lange Zeit eine Wasser entziehende Wirkung nachgesagt. Viele kennen das aus eigener Erfahrung: Bald nach dem Kaffeetrinken muss man zur Toilette. Doch die Hypothese vom Kaffee als Flüssigkeitsräuber wurde inzwischen widerlegt. Zwar führt das enthaltene Koffein dazu, dass die Nieren besser durchblutet werden und vermehrt Flüssigkeit ausscheiden. Der Körper "registriert" jedoch den Wasserverlust und versucht, in den nachfolgenden Stunden über hormonelle Regulation vermehrt Wasser im Körper zurückzuhalten. Über 24 Stunden gesehen ist die Wasserbilanz von Kaffeetrinkern im Vergleich zu "nur Wassertrinkern" dadurch ausgeglichen. Bei regelmäßigem Kaffeekonsum ist diese Wirkung zudem weniger ausgeprägt, da die Nieren an den regelmäßigen Koffeinschub gewöhnt sind.
Seine gesundheitsfördernden Eigenschaften verdankt der Kaffee – ob Filterkaffee oder Espresso – seinem Gehalt an verschiedenen Antioxidantien, Polyphenolen (das sind sekundäre Pflanzenstoffe) und Mineralstoffen, die positive Eigenschaften für den menschlichen Organismus besitzen. Ihnen wird nachgesagt, vor Diabetes und Gicht zu schützen. Antioxidantien und Polyphenole gelten zudem als entzündungshemmend und krebsvorbeugend. Bei der Variante des türkischen Mokka (ungefilterter Kaffee) ist die Studienlage allerdings noch unklar. Diskutiert wird, ob eventuell eine Erhöhung der Blutfettwerte aus dem Konsum resultieren kann.
Trotz der vielen positiven Eigenschaften das Kaffees gilt aber: Ein exzessiver Konsum von mehr als sechs Tassen pro Tag ist wegen des Koffeingehaltes eine Dauerbelastung für das Herz-Kreislauf- und das Nervensystem und sollte nicht zu lange betrieben werden! Wie bei fast allen Dingen ist aber auch hier die Dosis entscheidend – wer Kaffee als Genussmittel und in Maßen trinkt, kann ihn ohne Angst vor negativen gesundheitlichen Folgen genießen.
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