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Grüner oder Schwarzer Tee – welcher ist gesünder?
Schwarzer und Grüner Tee werden beide aus den Blättern der Teepflanze erzeugt, einem immergrünen Busch der Gattung Thea und ihren unterschiedlichen Varietäten (Unterarten). Gepflückt werden immer nur die jüngsten Triebe mit zwei Blättern und einer ungeöffneten Blattknospe.
Ob aus den Blättern Grüner oder Schwarzer Tee wird, hängt von der Weiterverarbeitung ab. Nach der Handernte werden sie gewelkt und bei der Herstellung von Schwarzem Tee fermentiert und getrocknet. Bei der Fermentation oder auch Oxidation werden die Blätter gerollt, brechen auf und der Zellsaft reagiert mit Sauerstoff, wodurch aromatische Verbindungen entstehen. Beim Grünen Tee entfällt der Fermentationsvorgang, daher rühren seine hellere Farbe und der mildere Geschmack.
Die wesentlichen Inhaltsstoffe des Schwarzen und Grünen Tees, die durch das Zubereiten der Blätter mit heißem Wasser herausgelöst werden, sind: Coffein, Mineralstoffe, Aminosäuren, Gerbstoffe, ätherische Öle und sogenannte Flavonoide. Zu diesen gehören beispielsweise Catechine, denen eine positive Wirkung auf den menschlichen Organismus zugesprochen wird: Sie sollen das Krebsrisiko verringern, den Blutcholesterinspiegel senken, das Immunsystem stärken und Karies vorbeugen. Viele Fragen, auch was die Wirkweise von Flavonoiden angeht, sind wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt und daher umstritten. Wenn von einer gesundheitsförderlichen Wirkung von Flavonoiden ausgegangen wird, so lässt sich sagen, dass Grüner Tee durch die fehlende Fermentierung mehr von diesen aufweist, insbesondere Catechine, als Schwarzer Tee. Für die erwarteten positiven Wirkungen müssten jedoch große Mengen an Grüntee getrunken werden. In Studien geht man in der Regel von zwei Litern und mehr frisch aufgebrühtem Tee pro Tag aus.
Fragwürdig ist ein Gesundheitsnutzen bei Fertigtees aus dem Karton oder der Flasche. In diesen ist meist nur Tee-Extrakt enthalten. Das wird hergestellt, in dem man aufgebrühtem Tee Wasser entzieht und den Tee damit zu einer Art Instant-Granulat macht. Ob Tee in dieser Form überhaupt noch die ihm zugeschriebenen Wirkungen entfalten kann, ist zweifelhaft. Zudem sind die Getränke meist aromatisiert, gezuckert und zum Teil mit Konservierungsstoffen versetzt. Und haben damit weniger mit Tee als mit ganz normalen Softdrinks zu tun. Erfahren Sie mehr über diesen Gesundheitsnepp auf abgespeist.de.
Schwarzer und Grüner Tee besitzen ähnlich viel Coffein, das anregend auf Herz und Kreislauf wirkt. Aber je nach Blattform, Gerbstoffgehalt und Zubereitungsart schwankt der tatsächliche Coffeinanteil im Teegetränk, so dass er bei Grünem Tee meist geringer ausfällt als beim Schwarzen Tee. Abschließend lässt sich sagen, dass Grüner und Schwarzer Tee durch ihre anregende Wirkung sowie ihren Duft und ihre Aromen zum Wohlbefinden beitragen können – ungesüßt sind sie zudem ein kalorienarmes Getränk.
Übrigens: Die Wirkweise von Arznei- und Kräutertees sind weniger umstritten. Diese Tees sind in der Regel coffeinfrei, enthalten aber Inhaltsstoffe aus den jeweiligen Kräutern, für die auch in geringeren Mengen und je nach Zubereitungsart Auswirkungen belegt sind – hier sollten Teetrinker nur soviel trinken, wie der Hersteller empfiehlt. Denn, was wirkt – und das gilt auch bei Grünem und Schwarzem Tee, Kaffee oder Kakao – hat möglicherweise auch Nebenwirkungen oder frei nach Paracelsus: „Die Menge macht das Gift!“ Mehr zu den verschiedenen Teesorten in unserem kleinen Tee-Lexikon.
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