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Ernährungsfragen

AUGUST 2009: Immer wieder stoße ich auf den Begriff Carrageen, selbst bei Produkten wie Bio-Sahne. Was bewirkt dieser Stoff und ist er unbedenklich?




Frage des Monats August 2009:

Immer wieder stoße ich auf den Begriff Carrageen, selbst bei Produkten wie Bio-Sahne. Was bewirkt dieser Stoff und ist er unbedenklich?

Antwort der foodwatch-Ernährungsberaterin Katrin Glang:

Carrageen wird auch als Lebensmittel-Zusatz E407 gekennzeichnet und ist als Gelier- und Verdickungsmittel ohne Mengeneinschränkung zugelassen. Eingesetzt wird es aufgrund seiner Struktur, durch die das Carrageen in der Lage ist, bei Raumtemperatur viele verschiedene Arten von Gelen zu bilden. Gewonnen wird das für den Menschen unverdauliche Carrageen aus Rot-Algen. Es existieren verschiedene Sorten, welche sich durch ihr Gewicht unterscheiden.

Carrageen-Arten mit einem geringeren Molekulargewicht stehen in Verdacht, die Entstehung von Geschwüren im Magen-Darm-Trakt sowie Brustkrebs zu fördern. Für Lebensmittel sind aber nur Sorten mit einem höheren Gewicht zugelassen. Deshalb sehen einige Wissenschaftler die von Carrageen-haltigen Lebensmitteln ausgehende Gefahr als eher klein an. Allerdings dürfen die krebsverdächtigen Sorten als Verunreinigung bis zu einem Anteil von fünf Prozent enthalten sein. Zudem besteht der Verdacht, dass die unschädlichen Carrageen-Arten im Magen-Darm-Trakt in die gefährlicheren umgewandelt werden. Allergikern und Menschen mit entzündlichen Darmerkrankungen wird geraten, Carrageen vorsichtshalber zu meiden.


 

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Carrageen ist in einer breiten Palette von Lebensmitteln enthalten. Hauptsächliche Verwendung findet es in Milchprodukten wie Puddings, Eiscreme, Sahne und Milchgetränken. Aber es wird zum Beispiel auch in Marmelade, Salatsoßen oder Suppen eingesetzt. Diät- und Lightprodukte enthalten häufig Carrageen, weil dieses hier als unverdaulicher Füllstoff mehr Volumen liefert, ohne den Nährwert zu erhöhen. Selbst in Babynahrung darf Carrageen theoretisch enthalten sein – es gibt lediglich eine Empfehlung, hier auf den Einsatz zu verzichten.

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"BioBio"-Schlagsahne von Plus: Nach foodwatch-Kritik ohne Carrageen

Gemäß der Europäischen Öko-Verordnung dürfen auch Bioprodukte Carrageen enthalten. Bio-Anbauverbände wie Demeter und Bioland verzichten aber freiwillig auf diesen nicht ganz unbedenklichen Zusatzstoff. Auch einige konventionelle Produkte kommen ohne Carrageen aus, Sahne aus der Flasche etwa. Hier setzt sich der Rahm eben ab – man muss einfach nur kräftig schütteln, bevor man die Sahne schlägt. Übrigens: In der Zutatenliste, die auf jeder Verpackung steht, muss Carrageen oder E407 erwähnt sein. Ein Blick aufs Kleingedruckte lohnt sich also.


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