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Ernährungsfragen

APRIL 2010: Vorsicht Cholesterin – oder gehören Eier zu einer ausgewogenen Ernährung?




 
Frage des Monats April 2010:

Vorsicht Cholesterin – oder gehören Eier zu einer ausgewogenen Ernährung?

Antwort der foodwatch-Ernährungsberaterin Katrin Glang:
Braune Eier

Der jahrelange Feldzug gegen das „gefährliche“ Hühnerei hat sich in unseren Köpfen fest eingebrannt. Dabei enthält das kleine Kraftpaket viele wertvolle und lebensnotwendige Inhaltsstoffe wie Proteine in einer optimal verwertbaren Form, fett- und wasserlösliche Vitamine sowie Mineralien und Spurenelemente wie Zink und Eisen. Kaum ein Lebensmittel vereint diese gut verwertbare Summe an Nährstoffen auf knappe 90 Kalorien pro Ei!

Aber wie verhält es sich mit dem Cholesterin?

Eier enthalten zwar eine große Menge an Cholesterin, aber dieses ist im Ei an Lecithin gebunden. Durch diese Verbindung wird das Cholesterin kaum bis gar nicht aufgenommen – darüber hinaus ist die weit verbreitete Annahme, dass viel Nahrungscholesterin zu einem hohen Blutcholesterinspiegel führt, nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft so pauschal nicht mehr haltbar. Die Cholesterinmenge in der Blutbahn wird von vielen anderen Faktoren beeinflusst. Zum Beispiel von einer erhöhten Transfettsäurenaufnahme, einer ungünstigen Relation von schnell verfügbaren Kohlenhydraten zu den anderen Grundnährstoffen, in vielen Fällen von einer erhöhten körpereigenen Cholesterinproduktion oder auch von einer gestörten Aufnahme des Cholesterins in die Zellen.

Außerdem ist Cholesterin nicht grundsätzlich schlecht. Es ist vielmehr ein lebensnotwendiger Stoff. Der Körper benötigt es zum Aufbau von Zellwänden, Hormonen wie Vitamin D oder auch Gallensäuren für die Fettverdauung. Aus diesem Grund produziert der Körper den Großteil des Blutcholesterins selbst. Ein Verzicht auf cholesterinreiche Lebensmittel führt bei vielen Menschen dazu, dass der Körper die Eigenproduktion des Cholesterins in der Leber anpasst bzw. erhöht. Einen umgekehrten Mechanismus beim Verzehr von cholesterinreichen Lebensmitteln ist zum Teil auch beobachtbar – das heißt, dass die Cholesterinzufuhr über die Nahrung in der Regel bei Menschen mit einem gesunden Stoffwechsel kaum Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel hat. Damit sollten strenge „Cholesterindiäten“ der Vergangenheit angehören. Eine Ausnahme bilden hier besondere Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes). Besteht diesbezüglich ein Verdacht, sollte das individuelle Ernährungsverhalten mit dem Arzt besprochen werden.

Wer seinen Cholesterinhaushalt positiv beeinflussen möchte, dem empfehle ich eine Ernährung, die unter anderen viel Gemüse und sättigendes Eiweiß enthält. Auch ein Rauchverzicht, Bewegung an der frischen Luft sowie ein grundsätzlich ausgewogener Lebensstil wirken positiv auf den Cholesterinhaushalt.

Essen Sie also mit Bedacht, aber gerne genussvoll und lassen Sie sich ihr Frühstücksei sowie die Butter nicht unbegründet vom Brot nehmen.


 

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