
Ernährungsfragen |
01.04.2009
"Ich habe drei Töchter. Die kleinste wird nächste Woche ein Jahr. Mein Mann und ich sind Allergiker und darum habe ich bei meiner ersten Tochter sehr aufgepasst, was ich ihr zu essen gebe, und 14 Monate gestillt. Auch die zweite Tochter habe ich 14 Monate gestillt, aber das mit dem Essen nicht mehr so streng gesehen. Dafür hat sie jetzt dieselben Allergien wie ich, Hausstaubmilbe, Schimmelpilz und Tierhaarallergie. Meine erste Tochter hat "noch" keine Allergie. Bei der dritten bin nun wieder vorsichtiger, wollte aber jetzt von Ihnen wissen, wie das ist mit der Gabe von Kuhmilch. Ich stille noch einmal am Morgen und sonst isst sie Joghurt und Käse. Jetzt lautet meine Frage eben, kann ich ihr Kuhmilch oder soll ich ihr besser eine Folgemich geben? Wenn ja, welche? Habe gehört, dass man sich diese Folgemilch 3 wohl sparen könnte und sie sehr süß ist. Bisher bin ich auch mit der Zugabe von Eiern vorsichtig. Oder könnte ich, nächste Frage, ihren Geburtstagskuchen auch mit Eiern zubereiten?"
Erstmal ein großes Lob, dass Sie Ihre Kinder so lange gestillt haben. Die in der Muttermilch enthaltenen Stoffe sind der beste Immunschutz, den das Kind erhalten kann.
Laut dem Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund gibt es zur Zeit noch keine Untersuchungen, aus denen ableitbar ist, ob die Verwendung von Kuhvollmilch im Kleinkinderalter die Allergierisiken vermindert oder erhöht.
Auf jeden Fall ist es richtig, dem Kind im ersten Lebensjahr keine Nahrungsmittel zu geben, die sehr häufig Allergien auslösen, zum Beispiel Fisch, Nüsse, Zitrusfrüchte, Schokolade, Tomaten und Erdbeeren. Nach dem ersten Lebensjahr können auch diese Nahrungsmittel sowie Milch und Eier schrittweise in die Ernährung eingeführt werden. Das heißt, der Kuchen kann gern mit Ei gebacken werden.
Ich würde Ihnen raten, die entsprechenden Lebensmittel, die vor Vollendung des ersten Lebensjahres zu meiden sind, bis zum zweiten Geburtstag nicht täglich in die Grundernährung miteinzubauen, sondern nur ab und zu zu verzehren.
Kuhmilch, Joghurt und Käse können Sie Ihrer kleinsten Tochter meiner Erfahrung nach – und nach Recherche – auch bei Allergiegefährdung ab dem ersten Lebensjahr anbieten. Die Milchnahrungen, die unter Verwendung von Milchpulver hergestellt werden, sind laut Aussagen von Verbraucherinstitutionen und auch dem Forschungsinstitut für Kinderernährung nur in den ersten Monaten sinnvoll, wenn die Mutter nicht stillen kann.
Weitere Informationen zu dem Thema finden Sie auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft Allergiekrankes Kind (AAK) e. V., diese bietet auch fundierte Broschüren über Ernährung zum Selbstkosten-Preis an.
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