Listerien Unterstützer |
| Liebe foodwatch-Interessierte, | 26.03.2010 |
nein, das kann heute nicht mehr passieren: 1858 starben in Bradford (England) 20 Kinder, weil der Apotheker versehentlich Arsen statt Gips in die Bonbonmasse gerührt hatte. Und es war nicht selten, dass im 19. Jahrhundert Hersteller Lebensmittel mit Gips, Kupfer und Pferdeleberpulver streckten und verschönten.
Noch nie seien Lebensmittel so sicher gewesen wie heute. Lebensmittelkonzerne werden nicht müde das zu behaupten. Doch leider ist das nur die halbe Wahrheit: Es gibt andere, durchaus sehr ernste Gefahren. Aber Todesfälle? So etwas ist doch nicht mehr möglich, mögen Sie denken. Doch leider täuschen Sie sich. Vor wenigen Wochen starben in Österreich und Deutschland acht (!) Menschen an mit Listerienbakterien verseuchtem Harzer Käse.
Natürlich war das keine Absicht! Aber ist alles getan worden um die Menschen zu schützen? Wir sagen: Nein!
Erst vier Wochen nachdem feststand, dass der Käse des österreichischen Herstellers Prolactal, der in Deutschland unter dem Namen "Reinhardshof, Harzer Käse" und "Reinhardshof, Bauernkäse mit Edelschimmel“ von Lidl vertrieben wurde, die Ursache für die Todesfälle war, warnte Lidl in Deutschland unmissverständlich und öffentlich vor dessen Verzehr. Vier Wochen vorher hatte es bereits eine Warnung der Behörden im Internet gegeben – aber ohne Nennung des Produktes oder des Herstellers und daher nutzlos für den Verbraucher. Und Lidl hatte lediglich empfohlen, den Käse "aus Gründen des vorsorgenden Gesundheitsschutzes" nicht zu essen. Eine eindringliche Warnung sieht anders aus.
Es ist unglaublich: Fachleute wissen, dass sich Listerien im Rohmilchkäse explosionsartig vermehren! Wenige erkranken, vor allem immungeschwächte Menschen, aber dafür ist die Sterblichkeitsrate hoch: Jede zehnte Listerieninfektion verläuft tödlich! Es zählt also jeder Tag!
Hätten die Sterbefälle verhindert werden können? Möglich ist es, denn es wurde nicht alles Menschenmögliche getan. Nach der Gesetzeslage sollen die Behörden die Verbraucher informieren, sie müssen aber nicht. Auch die Pflicht zur umgehenden Veröffentlichung von Hersteller- und Produktnamen im Europäischen Schnellwarnsystem besteht nicht! Im Fall des Listerien-Käses waren die Behörden eindeutig zu langsam!
Hätten Sie gedacht, dass der gesundheitliche Schutz der Verbraucher bei uns so wenig zählt? Leider ist das die Realität.
foodwatch will das ändern! Wir fordern: Die Behörden müssen bei Gefahr verpflichtet sein, sofort zu informieren. Sie müssen umgehend Namen der Hersteller und der Produkte nennen. foodwatch kämpft für eine Änderung der Gesetze. Helfen Sie uns dabei!
Zurzeit recherchieren wir den skandalösen Listerien-Fall. In Deutschland ist es merkwürdig still. Anders als in Österreich. Dort wurde im Parlament diskutiert und die Opposition forderte den Gesundheitsminister zum Rücktritt auf.
Die Recherchen, um diesen Fall aufzuklären, kosten eine Menge. Möglicherweise wollen wir gerichtliche Schritte einleiten. Auch das muss finanziert werden!
Wir wollen sichere Lebensmittel! Wir wollen darauf vertrauen, dass wir beim Einkauf im Supermarkt nicht in Lebensgefahr geraten!
Helfen Sie uns dabei und werden Sie bitte jetzt Förderer/Förderin von foodwatch!
Unterstützen Sie uns mit 5, 10 oder 20 Euro monatlich. Gehen Sie direkt jetzt online und werden Sie Förderer/Förderin!
