Aktuelle Themen 25.06.2010 |
| Hallo und guten Tag, | 25.06.2010 |
während in Südafrika der Ball rollt, soll für die Lebensmittelindustrie in Deutschland der Rubel rollen. Pünktlich zur Fußball-WM hat Ferrero seine ganz eigene Weltmeisterschaft gestartet, um den Süßwarenabsatz kräftig anzukurbeln – in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Fußballbund. Der DFB nämlich liefert die Prämien, die Verbraucher für Sammelpunkte auf Ferrero-Produkten erhalten. Ein Fan-Trikot etwa gibt es für 100 Punkte, die zum Beispiel auf den „Kinder Riegeln“ abgedruckt sind. Klingt gut, meinen Sie? Stimmt, hat aber einen Haken: Für 100 Punkte müssen Sie stolze 500 „Kinder Riegel“ essen. Damit hätten Sie sage und schreibe 3,65 Kilogramm Fett, 5,5 Kilogramm Zucker und 59.000 Kalorien zu sich genommen! Um das wieder abzutrainieren, müsste ein Erwachsener bei allen 64 Spielen der Fußball-WM über 90 Minuten mitspielen, von der Vorrunde bis zum Finale. Eine wahrhaft weltmeisterliche Leistung! Alles zu Ferreros sportlicher Werbe-Offensive in unserer Fotostrecke.
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Ihr foodwatch-Team
Unsere Themen:
Das EU-Parlament und die Ampel
2:3 lautet das Ergebnis für die Ampelkennzeichnung: Auf zwei Ampel-Befürworter kamen im Europaparlament vergangene Woche drei Ampel-Gegner. Statt der Nährwertkennzeichnung in Rot, Gelb und Grün sollen nach dem mehrheitlichen Willen der Abgeordneten immerhin Zahlen für die Angabe des Zucker-, Fett- und Salzgehaltes verbindlich vorgeschrieben werden, und zwar einheitlich pro 100 Gramm. Für die Ampel gibt es vorerst nur noch die kleine Hoffnung, dass der Ministerrat die Pläne noch verändert. Denn bevor eine neue Lebensmittelinformationsverordnung in Kraft tritt, müssen sich Rat und Parlament einig werden. Damit wird nicht vor Anfang 2011 gerechnet. Zudem soll für die Unternehmen die Kennzeichnungspflicht erst nach einer Übergangszeit von mindestens drei Jahren greifen. Vor 2014 wird sich also auf den Verpackungen wenig ändern. Das gilt auch für eine Kennzeichnung von Imitaten, ESL-Milch und für Angaben zur Herkunft von Produkten, wie sie das Parlament fordert. Wie sich die Parlamentarier die künftige Lebensmittelkennzeichnung vorstellen, lesen Sie hier »
Umfrage zu Lebensmittel-Siegeln
Bio-Siegel, Gütestempel, Prüfzeichen: Auf Lebensmittelpackungen wimmelt es nur so von Labels und Logos. Die Fachhochschule Münster führt eine Internet-Befragung zur Akzeptanz verschiedener Kennzeichnungen durch. Teilnehmen (Dauer: 10 bis 15 Minuten) können Sie hier »
Tiermehl-Schmuggel: Akteneinsicht verwehrt
Der Fall war klar, und doch hatte die Staatsanwaltschaft Lübeck die Ermittlungen eingestellt. Gegen ein Bußgeld von nur 5000 Euro kommt ein Tiermehl-Schmuggler davon, obwohl foodwatch den illegalen Export von 5000 Tonnen Rindermehl mit potenziellem BSE-Risiko nach Malaysia im Jahr 2008 ausführlich dokumentiert hatte. Sind solche Exportgeschäfte möglich, ist es auch ein Leichtes, BSE-Risikomaterial über den Umweg Ausland wieder zurück in die menschliche Nahrungskette zu bringen. foodwatch hatte bei der Staatsanwaltschaft Akteneinsicht verlangt. Doch diese wurde nun endgültig verwehrt. Das bittere Fazit: Ein Tiermehlschmuggler kommt ohne strafrechtliche Konsequenzen davon – und die Öffentlichkeit erfährt nicht einmal, warum keine Anklage erhoben wird. foodwatch wird weiter für bessere Gesetze kämpfen, die einen sicheren Umgang mit riskanten tierischen Abfällen garantieren. Bitte unterstützen Sie daher unsere Online-Mitmachaktion!
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PS: Kampagnen und juristische Auseinandersetzungen sind teuer. Sie sind aber ein wichtiges Druckmittel, damit Politik und !Lebensmittelwirtschaft für sichere und ehrliche Lebensmittel in einem transparenten Markt sorgen. Unterstützen Sie uns deshalb in unserer Arbeit und werden Sie Fördermitglied!
