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Liebe foodwatch-Interessierte,
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21.12.2009
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das Wort Uran weckt bei den meisten Menschen keine positiven Assoziationen. Es wird meist mit Atomkraftwerken, Radioaktivität und Tod in Verbindung gebracht. Tatsächlich handelt es sich bei Uran um ein hochgiftiges Schwermetall, dem wir Menschen tunlichst aus dem Wege gehen sollten. Und selbstverständlich nehmen die Verbraucher an, dass sich Uran nicht in Lebensmitteln befindet. Schon gar nicht im Trinkwasser, dem angeblich "best-kontrollierten" Lebensmittel überhaupt.
Wasser - klar und rein?
Doch weit gefehlt! Bereits im August 2008 veröffentlichte foodwatch Tausende von Behördendaten zur Uranbelastung von Trinkwasser. Damals ging ein Aufschrei durch die Öffentlichkeit, denn es stellte sich heraus, dass mehr als 10 Prozent der amtlichen Messergebnisse über 2 Mikrogramm des hochgiftigen Schwermetalls pro Liter enthielten. Völlig unverständlich, denn dieser Wert darf bei Mineralwasser, wenn es als "geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung" beworben wird, nicht überschritten werden. Der Umkehrschluss ist einfach: Mineralwasser, dessen Urangehalt darüber liegt, sollte nicht zur Zubereitung von Säuglingsnahrung verwendet werden! Dass dies umso mehr für Leitungswasser gelten muss, scheint selbstverständlich! Denn Leitungswasser wird in noch größeren Mengen konsumiert und die Verbraucher haben keine Wahlmöglichkeit, sondern müssen mit dem Wasser, das bei ihnen aus dem Hahn fließt, Vorlieb nehmen.
Was wurde unternommen?
Als Folge der medialen Aufmerksamkeit überboten sich die Politiker gegenseitig in Beteuerungen, diesen Zustand so schnell wie möglich beheben zu wollen. Die Wasserwerke sollten angehalten werden, den Urangehalt zu senken und ein Grenzwert sollte her. Nun sind knapp 1 ½ Jahre ins Land gegangen - und was hat sich geändert? So gut wie nichts! Wieder hat foodwatch rund 5.000 Messdaten aus ganz Deutschland zusammengetragen und immer noch überschreiten mehr als 10 Prozent dieser Daten den Wert von 2 Mikrogramm! Und der Grenzwert, der von den Behörden diskutiert wird, ist mit 10 Mikrogramm pro Liter viel zu hoch. Das ist ein Wert, von dem selbst die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA in ihrer von Deutschland (!) in Auftrag gegebenen Analyse schreibt, dass er zwar Erwachsene, nicht aber Kleinkinder und Säuglinge schützt!
Uran schädigt die Gesundheit - vor allem die der Babys
Dies ist ungeheuerlich, denn Uran ist ab einer gewissen Dosis gesundheitsschädlich. Hierbei geht es nicht um die radioaktive Strahlung, sondern darum, dass Uran in seiner Eigenschaft als Schwermetall die Niere, aber auch Leber und Knochen schädigt. Besonders stark reichert es sich in noch wachsendem Knochengewebe an, also eben bei Säuglingen und Kleinkindern. Selbst von sehr ernährungsbewussten und verantwortungsvollen Eltern wird Leitungswasser zur Zubereitung von Säuglingsnahrung benutzt. Wie ist also der Vorschlag einen Grenzwert einführen zu wollen, der nur Erwachsene schützt, zu verstehen? Haben nicht gerade die Schwächsten, also die Kleinsten und Allerkleinsten unter uns, unseren Schutz und unsere Aufmerksamkeit verdient?
Der "eigentliche" Skandal
Wieder mal hat sich bestätigt, dass Politiker in der Regel nur auf massiven Druck hin tätig werden. Und dass sie sich meist auf Lippenbekenntnisse und Maulheldentum beschränken. Nach der Veröffentlichung der Messergebnisse vor 1 ½ Jahren hat die Bundesministerkonferenz vollmundig die Einführung eines Grenzwertes versprochen. Freilich nicht, ohne sich gleichzeitig eine Hintertür mit Namen Europa offen zu halten. Es sollte (angeblich) eine europäische Lösung angestrebt werden. Es kam, wie es kommen musste: Dieses Ziel war offensichtlich so hoch gesteckt, dass die Beteiligten auf halbem Wege ermüdeten, um dann vollends einzuschlafen. Das Deckmäntelchen der Europa-Orientierung wurde genutzt, um die Realisierung des Beschlusses klammheimlich fallen zu lassen.
Der Druck muss wieder erhöht werden - werden Sie Förderer/Förderin von foodwatch.
Um die Gesundheit der Bürger zu schützen, fordern wir von foodwatch, die Einführung eines Grenzwertes von 2 Mikrogramm pro Liter. Und dass die Wasserversorger und Mineralwasserhersteller die Verbraucher bis zur Einführung dieses Grenzwertes über den Urangehalt informieren. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir zeigen, dass die Verbraucher hinter uns stehen. Denn nur wenn wir viele sind, können wir Konzerne und Politiker zum Handeln zwingen. Nur wenn wir viele sind, werden wir gehört. Deshalb werden Sie bitte jetzt Förderer/Förderin von foodwatch.
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