Imitat-Essen - wie Politik und Industrie vom Betrug ablenken
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Hallo und guten Tag,
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17.07.2009
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wussten Sie schon, dass sich bei Lebensmittelproben die Hälfte der Beanstandungen auf Etikettenschwindel und Mogelpackungen bezieht? Und das Jahr für Jahr. Die Behörden und Ministerien wissen also, was los ist. Aber werden Kunden über die Verstöße informiert? Werden Hersteller, Händler und Produkte genannt? Nein. Stattdessen tut Verbraucherministerin Ilse Aigner auch noch so, als seien sie und ihr Ministerium von Imitaten, versteckten Zusatzstoffen und tricksenden Anbietern überrascht und fordert eine schärfere Kennzeichnungspflicht, die das Problem nicht löst. So hagelt es wieder Lippenbekenntnisse von Politikern und verhöhnende Phrasen von Lobbyisten. Die politische Sommerpause hat begonnen. Deshalb schaffen es jetzt nicht nur Nachrichten über imitierte Lebensmittel auf die Titelseiten, sondern auch Lobbyisten und ihre ewig gleichen Ausreden und Appelle. Etwa der Chef-Lobbyist der deutschen Ernährungsbranche, Matthias Horst vom deutschen Spitzenverband. In einem aktuellen Spiegel-Interview gibt Horst zu verstehen, wer an der Misere eine Mitschuld trägt: "Wenn man immer billiger essen will, dann kann man nicht erwarten, immer etwas ganz Besonderes zu bekommen." Aha, echter Käse ist also mittlerweile etwas "ganz Besonderes". Der Kunde ist demnach auch noch selbst schuld, wenn der Pizza-Bäcker das Imitat auf den Teig packt. Horst weiß auch ganz genau, was gegen den Betrug hilft: "Gucken Sie genauer und häufiger hin", rät er dem Verbraucher. Der Kunde ist also selbst der Depp, wenn er auf den Bluff reinfällt. Wohl in keiner anderen Branche wird bei Betrug so schnell von den Betrügern auf die Betrogenen abgelenkt. Außerdem würden die meisten Vergehen, so Horst, aus Unwissenheit geschehen. Kann es denn sein, dass sich eine ansonsten unbescholtene Branche von einigen Tricksern, Lügnern und Betrügern in Misskredit bringen lässt? Wohl kaum. Denn der Etikettenschwindel ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Das ist der ganz normale Wahnsinn im Supermarkt. Etiketten lügen wie gedruckt, heißt es auf abgespeist.de. Hersteller täuschen durch Bilder, Begriffe und Werbebotschaften. Neben Mogel-Schinken und Analog-Käse gibt es eine Palette von Produkten, bei denen die Lücke zwischen Schein und Sein weit auseinander klafft. Permanent werden Mehrwerte versprochen, Qualität vorgegaukelt und dem Verbraucher dabei das Geld aus der Tasche gezogen. Solange Ämter lieber anonyme Statistiken führen, als Betrüger beim Namen zu nennen, nutzen auch schärfere Kennzeichnungsregeln nichts. foodwatch fordert daher die Veröffentlichung aller Lebensmittelkontrollen nach dänischem Vorbild. Damit der Kunde selbst entscheiden kann, ob er sich betrügen lässt oder einem ehrlichen Anbieter sein Geld gibt. Unterstützen Sie die Smiley-Mitmach-Aktion mit Ihrer Unterschrift! Klicken Sie sich rein, das foodwatch-Team
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