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Informationen zum EHEC-Ausbruch![]() zuletzt geändert am 07.06.2011 Mehr als 2.300 Infektions- und Verdachtsfälle wurden bis zum Montag gemeldet, 21 Todesfälle in Deutschland gelten laut Robert-Koch-Institut (RKI) als bestätigt. Vor allem in Norddeutschland breiten sich EHEC-Keime aus. Die Seuchenkontrollbehörde der Europäischen Union, ECDC, stuft die aktuellen Fälle als einen der weltweit schwersten EHEC-Ausbrüche ein. Meist verläuft die Ansteckung ohne BeschwerdenEnterohämorrhagische Escherichia coli-Bakterien (EHEC) sind eine aggressive Form des Darmbakteriums Escherichia coli. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) infizieren sich Jahr für Jahr zwischen 800 und 1.200 Menschen in Deutschland – diese Zahl wurde nun innerhalb weniger Wochen überschritten. EHEC-Keime bilden Gifte im Körper, meist verläuft eine Ansteckung jedoch ohne Beschwerden. Üblicherweise sind Kinder besonders gefährdet. Die Bakterien können auch zu blutigem Durchfall, Übelkeit, Erbrechen sowie starken Bauchschmerzen führen und die Nieren schädigen. Treten solche Folgen auf, ist die Rede vom hämolytisch-urämischen Syndrom, kurz HUS. Laut Robert-Koch-Institut sind bis zum 7. Juni 642 HUS-Erkrankungen bestätigt worden, 15 davon mit tödlichem Ausgang. Wer unter den beschriebenen Symptomen leidet, sollte unverzüglich einen Arzt aufsuchen. Im Regelfall jedoch scheiden die Menschen die EHEC-Keime einfach aus. Coli-Bakterien im Stuhl von WiederkäuernColi-Bakterien sind ein natürlicher Bestandteil der menschlichen Darmflora. Zu Erkrankungen führen nur einige bestimmte Stämme – diese sind vor allem im Stuhl von Wiederkäuern zu finden. Menschen können sich über Rohmilch oder rohes Fleisch anstecken, ebenso über ungewaschenes Gemüse, da mancherorts Landwirte Gülle als Dünger nutzen.
Beim aktuellen EHEC-Ausbruch hatten Behörden in Hamburg die Erreger auf Gurken aus Spanien und den Niederlanden gefunden und den Ursprung der Erreger zunächst dort vermutet. Zwischenzeitlich hat sich aber herausgestellt, dass es sich hier nicht um die Keime handelte, welche die aktuelle Erkrankungswelle verursacht haben. Aktuell wird der Ursprung in Sprossen vermutet, doch auch diese Quelle ist noch nicht zweifelsfrei bestätigt. Die Warnung vor dem Verzehr von rohen Tomaten, Salatgurken und Blattsalaten halten Robert Koch-Institut und das Bundesinstitut für Risikobewertung vorsorglich weiter aufrecht. Nach einer Studie der Institute haben vom aktuellen EHEC-Ausbruch betroffene Patienten in Hamburg Tomaten, Gurken und Salat signifikant häufiger verzehrt als gesunde Studienteilnehmer. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte sich dieser Verzehrwarnung angeschlossen. Das niedersächsische Landwirschaftsministerium empfiehlt zudem aufgrund der aktuellen Erkenntnisse, auf den Verzehr von Sprossen zu verzichten. Angesichts der widersprüchlichen Informationen ist die Verunsicherung bei den Verbrauchern groß. foodwatch erreichen derzeit viele Anfragen, von Verbrauchern ebenso wie von Journalisten. Weil wir keine voreiligen Schlüsse ziehen wollen, haben wir eine Kommentierung bislang abgelehnt. foodwatch: Verzehrwarnung beachtenfoodwatch liegen keine eigenen, unabhängigen Informationen zum EHEC-Ausbruch vor. Viele Fragen sind aus unserer Sicht offen. Vor allem ist die Quelle der äußerst seltenen Variante dieser Keime noch nicht mit Sicherheit festgestellt. Deshalb können wir derzeit keine fundierte Aussage über die Verantwortlichkeit von Betrieben treffen und die Berichte über Anbau- oder Düngemethoden bei Erzeugerbetrieben oder über mögliche mangelnde Hygiene beim Transport nicht kommentieren. Auch die Angemessenheit der Verzehrwarnung für Salat, rohe Gurken und Tomaten und auch Sprossen kann foodwatch mangels gesicherter Informationsbasis derzeit nicht bewerten. Wir empfehlen daher, die vorsorglich ausgesprochenen Verzehrwarnungen zu beachten. Das Robert Koch-Institut informiert zudem ständig aktuell auf seiner Internetseite. Einige Hygiene-Regeln sollten grundsätzlich – nicht nur angesichts des aktuellen EHEC-Ausbruchs – befolgt werden:
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