
Zukunftsfähigkeit |

09.10.2008
Darum macht er sich auf eine Reise quer durch die Republik, auf der Suche nach Menschen und Erlebnissen, die ihm diese Frage beantworten können. Das ist lustig, wenn er bei einer Baumpflanz-Aktion versucht, mehr Setzlinge in die Erde zu bringen als Yi, ein eifriger Praktikant aus China; schaurig, wenn er von den hygienischen Bedingungen in einem Döner-Imbiss erzählt; und ernst, wie beim Treffen mit Theaterintendant André Bücker, der von dem brutalen Neonazi-Überfall auf Schauspieler seines Ensembles im Juni 2007 in Halberstadt berichtet. Seinem Besuch bei foodwatch und einer gemeinsamen Protestaktion mit Thilo Bode vor McDonald’s sind die beiden ersten Kapitel des Buches gewidmet. Schlegl ist überzeugt, dass Bürger selbst aktiv werden müssen, um Dinge zu verändern. Am Ende eines jeden Kapitels finden sich deshalb praktische Tipps und nützliche Internetlinks. Denn dass es zu spät ist, Dinge zum Besseren zu verändern, so viel wird klar, glaubt er nicht.
Tobias Schlegl
224 Seiten, Taschenbuch
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg
8,95 Euro