
Gentechnik |

28.03.2008
Das "GenBuch Lebensmittel" ist kein Ratgeber, sondern hat politischen Anspruch. Spannend und informativ wird es besonders dann, wenn offen gelegt wird, welche Interessen die Gentechnik-Akteure vorantreiben. Die Autoren nennen die Profiteure beim Namen und malen eine düstere Zukunftsaussicht für die globalisierte Landwirtschaft: Große Konzerne besitzen die Patente auf Saatgut. Die Ausbreitung der freigesetzten, gentechnisch veränderten Pflanzen ist nicht mehr zu stoppen. Und die Bauern verlieren die Wahlmöglichkeit zwischen natürlichem Anbau und gentechnischen Züchtungen. In kurzen Kapiteln werden 20 genmanipulierte Nahrungsmittel mit ihrer "gentechnischen Historie" vorgestellt. Die Verbraucherinformationen beschränken sich auf die Angabe, wo und in welcher Form genetisch veränderte Produkte in den Handel kommen.
Das Autorenteam schafft es, auf knapp 200 Seiten - übrigens im Hosentaschenformat - den Blick auf die sozialen Fragen zu lenken, die mit Gentechnik zusammenhängen. Ein unangenehmes Thema, angenehm zu lesen.
Max Annas und Gregor Bornes
orange-press, Freiburg
160 Seiten, Klappenbroschur
9,90 Euro