Risikokommunikation zu wenig offensiv
15.12.2005
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) soll Gesundheitsgefahren wissenschaftlich bewerten und Handlungsempfehlungen für die Politik geben.
Das
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wurde wie seine "Schwester", das Bundesamt
für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), im Jahr 2002 als
Reaktion auf die BSE-Krise gegründet. Beide unterstehen dem Bundesverbraucherministerium
und haben zum Ziel die Sicherheit von Lebensmitteln und anderen
Produkten zu erhöhen. Die Aufgabe des BfR ist es, Stellungnahmen zur wissenschaftlichen
und gesundheitlichen Einschätzung abzugeben. Eine Substanz, mit der sich das BfR
schwerpunktmäßig beschäftigt, ist das krebsverdächtige Acrylamid.
BfR berät Bundesverbraucherministerium
An zwei
Berliner Standorten arbeiten insgesamt mehr als 600 Menschen, rund 230 davon sind
Wissenschaftler. In BfR-eigenen Labors wird geforscht und es gibt eine eigene
Versuchstierzucht sowie Tierhaltung und -schlachtung. Neben dieser
Primärforschung erstellt das Bundesinstitut aber auch Gutachten anhand von
Erkenntnissen anderer Forschungseinrichtungen (Sekundärforschung). Es berät das Bundesverbraucherministerium und das BVL zu Fragen der Lebensmittelsicherheit und des gesundheitlichen
Verbraucherschutzes. Sein Budget lag im Jahr 2005 bei etwa 46,5 Millionen Euro.
Informationen über Gesundheitsrisiken
Nach
eigener Darstellung soll das BfR "den Dialog mit den Verbraucherinnen und
Verbrauchern offensiv gestalten" und die "verantwortlichen Stellen" über
mögliche Gesundheitsrisiken informieren. "Risikokommunikation" heißt diese
zweite große Aufgabe des BfR. Mehr "Offensive" bei der Information der
Öffentlichkeit würde Zweck und Ansehen des BfR nicht schaden. Mögliche Risiken
gehen die Konsumenten schließlich als erste an.
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