Ernährungs- und Agrarpolitik aus Verbrauchersicht
24.08.2005
Zur Bundestagswahl 2005 hat foodwatch die Wahlprogramme der Parteien analysiert und Anforderungen formuliert: Wie müsste die Ernährungs- und Agrarpolitik aus Verbrauchersicht in Zukunft gestaltet werden? Außerdem hat foodwatch eine Bilanz der rot-grünen Regierungszeit gezogen.
Dass die Wirklichkeit die Politik macht und
nicht umgekehrt die Politik die Wirklichkeit, beweist die Existenz
eines
Verbraucherministeriums in Deutschland. Der erste BSE-Fall eines in der
Bundesrepublik geborenen Rindes im November 2000 war der Anlass, das
bisherige Ministerium für Landwirtschaft und Ernährung in ein
Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL)
umzuwandeln. Erstmals hatte das Thema Verbraucherschutz damit in
Deutschland Kabinettsrang. Auf europäischer Ebene ist der Verbraucherschutz schon seit 1997 im
Vertrag von Amsterdam als Gemeinschaftsziel verankert. Bundestagswahl 2005 als Anlass zum Blick zurück
Für die
Bundesregierung und vor allem für den Koalitionspartner Bündnis 90/Die
Grünen bot sich damit unverhofft die seltene Chance für eine neue
Politik in einem Bereich, der traditionell und maßgeblich von gut
organisierten Interessenverbänden der Agrar- und Ernährungswirtschaft
beeinflusst worden war. Die Bundestagswahl 2005 war Anlass für foodwatch, aus
Verbrauchersicht zu fragen, was die rot-grüne Bundesregierung, was
insbesondere die Verbraucher- und Landwirtschaftsministerin Renate
Künast aus
dieser Chance gemacht hat. Hat die deutsche Politik
aus der BSE-Krise tatsächlich jene Lehren gezogen, die für eine
vorsorgende und zeitgemäße Ernährungspolitik im Sinne der Verbraucher
nötig sind? Wurden die richtigen Konzepte entwickelt? Waren die Ziele
richtig - und realistisch? Wurden die tatsächlich verfügbaren
Spielräume intelligent und engagiert
genutzt?
Anforderungen an die aktuelle VerbraucherpolitikMit Blick auf die neue Legislaturperiode
wurden schließlich die in den Wahlprogrammen der politischen Parteien zu
erkennenden agrar- und ernährungspolitischen Konzeptionen aus Verbrauchersicht
kommentiert: Ist für die Zukunft Besserung in Sicht?
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