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Gesetzgebungsprozess

Die Stationen im politischen Entscheidungsprozess



24.04.2008

Ausgelöst durch verschiedene Lebensmittelskandale wird das lange diskutierte Verbraucherinformationsgesetz 2006 in kurzer Zeit verabschiedet. Ohne große Veränderungen passiert der Gesetzentwurf von Horst Seehofer Bundeskabinett und Bundestag. Auch der Bundesrat, der die letzte Chance für Nachbesserungen hat, stimmt für das Gesetz. Doch dann verweigert Horst Köhler im Dezember 2006 seine Unterschrift.

 

Über ein Verbraucherinformationsgesetz (VIG) wird in Deutschland bereits seit 2002 diskutiert. Die damalige Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen) scheiterte mit ihrem Entwurf jedoch am Widerstand der CDU-regierten Bundesländer im Bundesrat.

Die sich häufenden Fleischskandale brachten das Thema 2006 wieder auf die Agenda. Rasch verabschiedeten Bundestag und Bundesrat trotz massiver Proteste den von Horst Seehofer vorgelegten Gesetzentwurf. Über so viel Eile könnten sich die Bürger eigentlich freuen, wenn am Ende endlich mehr Transparenz und Informationsrechte stünden. Dem ist jedoch nicht so. In der Praxis bringt das Verbraucherinformationsgesetz kaum Verbesserungen für die Konsumenten. Verbraucherrechte für mündige Bürger sehen anders aus.

Ende 2006 wird das VIG vorläufig gestoppt: Horst Köhler verweigert wegen verfassungsrechtlicher Bedenken seine Unterschrift. Im Jahr 2007 legt das Landwirtschaftsministerium dann einen formell überarbeiteten Gesetzentwurf vor, der Gesetzgebungsprozess läuft erneut an. Das Gesetz wird verabschiedet und tritt am 01.05.2008 in Kraft.

Werdegang des Verbraucherinformationsgesetzes
 

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