
Beispiel Gammelfleisch |

05.12.2008
Dokumente & Links |
Spätestens seit Juni 2006 sollen in Bayern nicht für den menschlichen Verzehr geeignete Fleischabfälle umetikettiert und insbesondere nach Berlin, vorzugsweise an Dönerimbisse, verkauft worden sein. foodwatch fragte nach, an welche Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und Imbissbetriebe in Berlin die Lieferung von Fleischabfällen aus Bayern konkret erfolgte. Die Antwort aus Berlin:
„Wie mir die zuständige Strafverfolgungsbehörde mitteilte, betrifft Ihr Antrag einen Vorgang, bei dem das Verfahren noch anhängig ist. Daher kann Ihnen ein Zugang zu den gewünschten Informationen nicht gewährt werden.“ (Antwortschreiben siehe "Dokumente & Links")
Die gleiche Antwort sinngemäß aus Bayern, hier noch verbunden mit der Aufforderung, das Informationsbegehren zurückzunehmen. Fazit: Nach über zwei Jahren ist noch immer nicht bekannt, zu welchem Dönerimbiss man guten Gewissens weiter gehen kann und welcher es mit der Qualität seiner Produkte nicht so genau nimmt.
Dabei behauptet die Bundesregierung:
„Bei Lebensmittelskandalen dürfen Ross und Reiter künftig öffentlich gemacht werden: Um welche Marke handelt es sich? Wo wurden die problematischen Produkte verkauft, und wer hat sie hergestellt? Informationen, auf die das neue Verbraucherinformationsgesetz ein Recht gibt.“ (Quelle siehe "Dokumente & Links)
Doch das erweist sich als leere Versprechung der Politik zur Ruhigstellung der Verbraucher. Wenn nicht zumindest ab einer bestimmten Ermittlungsstufe Informationen öffentlich gemacht werden können und eine Interessenabwägung möglich ist, werden Gammelfleischseilschaften weiter vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben. Eine Eindämmung von Lebensmittelskandalen wird sich so sicherlich nicht erreichen lassen.
Der foodwatch-Praxistest zeigt: Auch mit VIG bleibt es die große Ausnahme, dass "schwarze Schafe" beim Namen genannt werden. Lebensmittelskandale lassen sich so nicht verhindern. Fordern Sie die Politiker auf, Verbraucherrechte endlich ernst zu nehmen und das VIG gründlich zu überarbeiten! Jetzt mitmachen»