Kopfnavigation überspringen
Kopfnavigation und Hauptnavigation überspringen
Zurück zur Startseite foodwatch - die essensretter
Jetzt suchen!

Jetzt Förderer werden! Newsletter bestellen

BSE

Lücken bei QS: Mangelhafte BSE-Tests




Lücken bei QS: Mangelhafte BSE-Tests

17.02.2004

Anfang 2004 wurden Unregelmäßigkeiten bei BSE-Tests in verschiedenen Schlachthöfen aufgedeckt. Nach foodwatch-Recherchen wurde auch bei zwölf QS-zertifizierten Betrieben geschlampt.

 

Insgesamt seien 898 Fälle bekannt, in denen Rinder im Jahr 2003 ohne BSE-Test geschlachtet wurden und ihr Fleisch ungeprüft in den Handel gelangte, verkündete Agrar-Staatssekretär Alexander Müller am 13. Januar 2004. Betroffen waren nach foodwatch-Recherchen auch sechs von zwölf QS-zertifizierten Schlacht- und Zerlegebetrieben in Baden-Württemberg, ein QS-Schlachthof in Bayern, zwei QS-Schlachthöfe in Bremen und drei QS-Schlachthöfe in Rheinland-Pfalz - so der Stand am 17. Februar 2004.

Auf Nachfrage von foodwatch hat die QS-GmbH am 29. Januar 2004 Folgendes schriftlich bestätigt: "Nach den zur Zeit vorliegenden Erkenntnissen sind auf acht Schlachthöfen mit QS-Zulassung in vier Bundesländern einzelne Tiere fälschlicherweise nicht auf BSE getestet worden." In einem Schreiben vom 20. Februar forderte foodwatch weiter Aufklärung. Am 12. März veröffentlichte die QS-GmbH daraufhin einen Zwischenbericht zu den Testpannen. Die entscheidenden Fragen wurden darin jedoch nicht beantwortet.

Die foodwatch-Rechercheergebnisse im Detail:
Baden-Württemberg

In sechs von zwölf QS-zertifizierten Schlacht- und Zerlegebetrieben wurden Lücken bei BSE-Tests festgestellt.

Bayern

Am 12.01.04 liegen der Landesregierung keine Namenslisten der betroffenen Betriebe vor. Zu Unregelmäßigkeiten sei es aber hauptsächlich in kleineren landwirtschaftlichen Betrieben gekommen, nicht bei Schlachthöfen. Am 26.01.04 wird foodwatch mitgeteilt, dass es doch bei einem QS-zertifizierten Schlachthof zu Unregelmäßigkeiten mit BSE-Tests gekommen ist.

Berlin

Bislang seien keine Unregelmäßigkeiten bekannt.

Brandenburg

Ein Schlachthof in Letschin ist betroffen. Es handelt sich nicht um einen QS-Betrieb.

Bremen

Bei zwei Schlachthöfen gab es Unregelmäßigkeiten in den BSE-Kontrollen. Beide sind QS-zertifiziert.

Hamburg

Am 9.01.04 wurde foodwatch mitgeteilt, es gebe bei mindestens 187 Rindern, die älter als 24 Monaten sind, den Verdacht, dass keine BSE-Tests durchgeführt worden sind. Am 16. 01.04 wird mitgeteilt, dass sich kein Verdachtsfall bestätigt hat.

Hessen

Noch am Mittag des 12.01.04 erhielt foodwatch die Auskunft, dass in Hessen keine ungetesteten Rinder aufgefallen seien. Am Abend des gleichen Tages wird aber bekannt, dass 57 Rinderschlachtungen ohne BSE-Test aufgedeckt worden sind. Auf foodwatch Nachfrage wird am 22.01.04 erklärt, dass keine QS-Betriebe beteiligt sind.

Mecklenburg-Vorpommern

Betroffen sei nur ein kleiner Betrieb. Die fünf QS-Schlachthöfe in Mecklenburg-Vorpommern sind aber Großbetriebe.

Niedersachsen

Am 16. Januar 2004 wird bekannt, dass in Niedersachsen insgesamt 228 Runder ohne vorgeschriebenen BSE-Test geschlachtet wurden. 102 Rinder waren zwischen 24 und 30 Monaten alt, 126 Tiere waren über 30 Monate alt. foodwatch wird am 21. Januar auf Nachfrage mitgeteilt, dass die Namen der betroffenen Betriebe in Niedersachsen nur auf Kreisebene vorliegen. Ob sich QS-Betriebe darunter befinden, ist foodwatch noch nicht bekannt.

Nordrhein-Westfalen

Am 21. Januar liegen dem zuständigen Ministerium keine Listen mit in BSE-Test-Unregelmäßigkeiten involvierten Schlachthöfen vor. Nur die Kreisbehörden wüssten, um welche Schlachthöfe es sich handelt. Für eine Nachfrage des Ministeriums bei den Kreisen sieht ein Sprecher kein unmittelbares öffentliches Interesse.

Rheinland-Pfalz

Am 16. Januar wird foodwatch mitgeteilt, dass 48 Rinder ohne vorgeschriebenen Test geschlachtet wurden, außerdem habe es 71 so genannte "Stichtagsfälle" gegeben. Drei der involvierten Schlachtbetriebe sind QS-Betriebe. Am 21. Januar bestätigt.

Saarland

Es sei kein Schlachthof involviert, sondern ein nicht mehr existierender Metzger und ein Ökolandwirt. Sachsen Fehlende BSE-Tests seien nur von kleineren Hofschlachtungen bekannt.

Sachsen-Anhalt

In 28 Fällen gäbe es Unstimmigkeiten, davon bei zehn Hausschlachtungen. In Sachsen-Anhalt gibt es keine QS-zertifizierten Schlachthöfe.

Schleswig-Holstein

Zunächst wird mitgeteilt, dass keine Schlachthöfe involviert seien. Insgesamt seien drei Rinder nicht getestet worden, deren Fleisch direkt vermarktet wurde. Am 22. Januar erfährt foodwatch, dass offenbar doch Schlachthöfe in Test-Unregelmäßigkeiten involviert sind. Dazu, wie viele es sind und ob QS-Betriebe beteiligt sind, liegen dem zuständigen Ministerium keine Angaben vor.

Thüringen

Bislang wurden keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Alle BSE-Tests werden in einem zentralen Landeslabor in Bad Langensalza durchgeführt.

(Quellen: Auskünfte der jeweils zuständigen Länderministerien, Recherchen vom Januar und Februar 2004)