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Obst, Gemüse und Kartoffeln mit QS-Siegel15.12.2005 Zehnmonatige Verzögerung bei QSAm 5. Februar 2004 vermeldet die QS: „Anlässlich der Fruit Logistica 2004 in Berlin gibt die QS Qualität und Sicherheit GmbH die Erweiterung des QS-Systems bekannt. Das erste Obst und Gemüse mit QS-Prüfzeichen wird Mitte 2004 auf dem Markt sein“. Ganz so schnell ging es dann doch nicht. Am 13. Dezember 2004 wurden über die Einzelhandelsfilialen von EDEKA Nord erstmals Zwiebeln und Kartoffeln mit dem QS-Prüfzeichen verkauft. Die an einem Dienstag im Dezember vorgestellten Produkte stehen praktisch symbolisch für die großen Schwierigkeiten bei der flächendeckenden Einführung eines Prüfzeichens für Obst & Gemüse. Großteil ImportwareBei Rind- und Kalbsfleisch lag der Selbstversorgungsgrad in Deutschland 2004 bei 127 Prozent, dass heißt, Deutschland hat mehr produziert als verbraucht. Bei Schweinefleisch liegt der Selbstversorgungsgrad bei 90 Prozent, bei Geflügel bei 73 Prozent. Bei Obst und Gemüse liegt der Selbstversorgungsgrad dagegen bei 50 Prozent oder deutlich darunter. In Deutschland werden jede Menge Äpfel angebaut, dazu kommen an heimischen Produkten noch Kartoffeln, Zwiebeln und Kohl. Die meisten anderen Produkte aber kommen aus der ganzen Welt nach Deutschland, bei Produkten wie Bananen, Zitronen, Apfelsinen und Ananas liegt der Selbstversorgungsgrad praktisch bei null. QS-Kriterien: Gesetzliche Bestimmungen im HeimatlandDas QS-Prüfzeichen für Obst, Gemüse, Kartoffeln soll für konventionell erzeugtes Obst, Gemüse und Kartoffeln vergeben werden. QS-Mitglieder auf der Erzeugerebene müssen die gesetzlichen Bestimmungen ihres Heimatlandes einhalten und weiter ein Einhalten der lokalen Bestimmungen „der guten landwirtschaftlichen Praxis“ garantieren. Da diese Bestimmungen der guten landwirtschaftlichen Praxis weltweit sehr unterschiedlich ausfallen können, wird nicht nach einem festgelegten Standard produziert. Dies wäre auch kaum zu realisieren, da in Asien und Afrika zum Beispiel auf Grund der zu Deutschland höchst unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und Pflanzenschädlinge andere Pestizide als in Deutschland zugelassen sind und angewendet werden. QS verlangt DokumentationDas Besondere an den QS-Produkten im Bereich Obst, Gemüse und Kartoffeln besteht darum nicht im Einhalten der guten landwirtschaftlichen Praxis, sondern darin, dass eben diese von den QS-Teilnehmern auch dokumentiert wird. Wie im Bereich der Fleischerzeugung werden die Teilnehmer nach einem festgelegten Plan zusätzlich von unabhängigen Auditoren oder Zertifizierern überprüft. Auch die QS-Teilnehmer aus dem Bereich Obst, Gemüse und Kartoffeln können vier verschiedene Prüfstandards erreichen. Standard IV bedeutet Ausschluss oder Nichtaufnahme. Ein Produktionsbetrieb mit dem Standard I wird alle drei Jahre von Auditoren überprüft, Standard II bedeutet alle zwei Jahre und nur die Betriebe mit dem Standard III werden jährlich überprüft. Nur wenige QS-Mitglieder bei Obst und GemüseDie Zahl der
QS-Mitglieder im Bereich Obst, Gemüse, Kartoffeln ist noch sehr klein. So gibt
es im QS-Bereich Fleisch bereits über 10.000 Lebensmittelfilialen der
meisten großen deutschen Supermarktketten im QS-System. Doch im Bereich Obst, Gemüse,
Kartoffeln sind insgesamt erst 682 Filialen QS-Teilnehmer. Es handelt sich dabei
ausschließlich um Filialen von COOP und EDEKA Nord.
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