
Offener Brief an Nestlé |

16.09.2009
4,8 Mikrogramm Uran enthält Nestlés Nobelmarke Perrier pro Liter, für San Pellegrino wurden Werte zwischen vier und acht Mikrogramm gemessen. Damit liegen die beiden Nestlé-Marken deutlich über der für kleine Kinder kritischen Grenze. In einem aktuellen Gutachten hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) im März 2009 festgestellt, dass Kleinkinder selbst bei einem Wert von vier Mikrogramm pro Liter mehr Uran zu sich nehmen, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt.
Bei einem Grenzwert von zwei Mikrogramm Uran pro Liter ist der Konsum auch für Babys und Kleinkinder unbedenklich. Jedes achte Mineralwasser liegt darüber. foodwatch meint: Die Abfüller haben hier eine Verantwortung – insbesondere Nestlé als Weltmarktführer für Mineralwasser sollte mit gutem Beispiel voran gehen und den Urangehalt senken. foodwatch hat Nestlé in einem Offenen Brief aufgefordert, seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung gerecht zu werden und die Forderung von foodwatch nach einem Urangrenzwert von zwei Mikrogramm pro Liter öffentlich zu unterstützen.
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Unsere Forderung an Nestlé: Damit Eltern ihren kleinen Kindern nicht weiter unwissentlich Nestlé-Wasser mit zu viel Uran geben, muss Nestlé als Sofortmaßnahme einen Warnhinweis auf die Etiketten drucken: "Nicht für die Zubereitung von Säuglingsnahrung und für Kleinkinder geeignet."
In seinem ersten Antwort-Schreiben redete sich Nestlé zunächst heraus: San Pellegrino und Perrier seien "offenkundig vollkommen ungefährlich". Man habe die Wässer schließlich auch nie als geeignet für Säuglinge oder Kleinkinder beworben und halte sich an geltende Gesetze. Deshalb sehe man keinen Grund, die Uranbelastung zu kennzeichnen. foodwatch sieht Nestlé dagegen in der Pflicht, seine Kunden vor dem hohen Urangehalt zu warnen – schließlich trinken durchaus auch Kinder San Pellegrino. Möglichen Gesundheitsgefahren gilt es vorsorgend zu entgegnen, dieser Grundsatz gilt auch für Unternehmen.
In einem zweiten Schreiben wies foodwatch Nestlé erneut auf die neuesten Erkenntnisse der EFSA hin. Daraufhin bestätigte John J. Harris, Chef von Nestlé Waters, zwar deren Richtigkeit, hält aber weiterhin an der bisherigen Geschäftspolitik fest: Kein Warnhinweis, Mineralwassersorten mit einer niedrigen Uranbelastung werden lediglich als für Babys "geeignet" beworben. Von Gesundheitsvorsorge kann also keine Rede sein. Dafür seien die staatlichen Behörden zuständig, so John J. Harris. Nestlé Waters lud foodwatch zu einem Gespräch ein. Dieser Einladung wird foodwatch gerne Folge leisten.
Im Mai 2009 hatte foodwatch mehr als 800 Daten zur Uranbelastung von Mineralwasser veröffentlicht. Demnach enthält jedes achte Mineralwasser so viel Uran, dass es für Säuglinge und Kleinkinder nicht geeignet ist. foodwatch fordert einen allgemeinen Grenzwert von zwei Mikrogramm Uran pro Liter, um die Schwächsten umfassend vor dem giftigen Schwermetall zu schützen. Bis es diesen gibt, sollten Hersteller Verbraucher durch Hinweise auf den Etiketten vor dem hohen Urangehalt warnen.
Fordern Sie die Bundesministerinnen Ilse Aigner (Verbraucherschutz) und Ulla Schmidt (Gesundheit) über die Protest-Aktion von foodwatch auf, sowohl für Trinkwasser als auch für Mineralwasser endlich Uran-Grenzwerte festzulegen! Jetzt mitmachen»