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Milch

foodwatch fordert Kennzeichnung für neuartige Milch




foodwatch fordert Kennzeichnung für neuartige Milch

15.01.2009

Für die Verbraucher ist die neuartige, länger haltbare Milch kaum von herkömmlicher Frischmilch zu unterscheiden. "Das ist das Gegenteil von Transparenz. Wir brauchen genormte Formulierungen, die für alle Produkte und alle Hersteller gelten", sagte foodwatch-Kampagnenleiter Matthias Wolfschmidt.

 

Beinahe unbemerkt hat der Handel die so genannte "ESL-Milch“ eingeführt - ESL für "Extended Shelf Life", also längere Haltbarkeit im Regal. Gekühlt ist sie rund drei Wochen haltbar, herkömmliche Frischmilch dagegen nur maximal zehn Tage. Für den Verbraucher sind die Produkte beim Kauf bisher jedoch kaum auseinanderzuhalten. ESL-Milch heißt im Handel auch "Frischmilch" oder "Frische Vollmilch", meist nur mit einem kleinen Hinweis wie "länger haltbar" versehen. Manche Hersteller verzichten darauf sogar ganz: Bei Supermarkt-Stichproben fand foodwatch Milch, deren Haltbarkeitsdatum eindeutig auf ESL-Milch hinwies - bei der jedoch jegliche Kennzeichnung fehlte.

foodwatch fordert gesetzliche Kennzeichnungspflicht

foodwatch fordert daher die Bundesregierung auf, eine gesetzliche Kennzeichnungspflicht zu schaffen. Mit normierten, für alle Produzenten verbindlichen Formulierungen auf Milchverpackungen müssen die verschiedenen Herstellungsverfahren auf einen Blick unterscheidbar gemacht werden. Verbraucher sollen in die Lage versetzt werden, die verschiedenen Herstellungsverfahren auf einen Blick unterscheiden zu können. Nur dann haben sie echte Wahlfreiheit zwischen herkömmlicher Frischmilch und ESL-Milch.

ESL-Milch enthält durch lange Lagerung weniger Vitamine

Zwischen den Produkten gibt es durchaus Unterschiede. Länger haltbare Milch bringt für Hersteller und Handel durch die längeren Lagermöglichkeiten Vorteile - für den Verbraucher jedoch nicht unbedingt. Nach der Herstellung ist ESL-Milch, deren längere Haltbarkeit durch drei verschiedene Produktionstechniken erreicht werden kann, qualitativ mit herkömmlicher pasteurisierter Frischmilch zu vergleichen. Je länger Milch jedoch gelagert wird, desto stärker nimmt der Vitamingehalt ab - auch in der ungeöffneten Flasche oder Packung. Am Ende ihrer rund dreiwöchigen Haltbarkeitsfrist ist ESL-Milch also weniger vitaminreich als herkömmliche Frischmilch am Ende ihrer bis zu zehntägigen Haltbarkeit.