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Functional Food

Angereicherte Lebensmittel sollen Gesundheit fördern




Angereicherte Lebensmittel sollen Gesundheit fördern

17.12.2008

Mit Vitaminen oder Mineralstoffen angereicherte Nahrungsmittel versprechen einen positiven Effekt für die Gesundheit. Der verkaufsfördernde "Zusatznutzen" ist jedoch umstritten.

 

Ein junges Marktsegment in Deutschland ist das sogenannte Functional Food (funktionelle Lebensmittel), das besonders in Japan bereits eine dominierende Position im Lebensmittelsektor einnimmt. Eingebettet in den Fitness- und Wellnessmarkt wird mit hohem Werbeaufwand versucht, mit diesen Lebensmitteln einen bestimmten gesundheitlichen Nutzen zu assoziieren. Bereits relativ bekannt sind pre- und probiotische Joghurts, die Inulin und Oligofructose enthalten, sowie mit Vitaminen angereicherte ACE-Getränke. Doch längst sind "Food-Designer" auch bei Warengruppen wie Käse und sogar Süßigkeiten aktiv.

"Zusatznutzen"

Während fast jeder Hersteller mit einer "Studie" aufwarten kann, die die gesundheitsfördernde Wirkung der jeweiligen Produkte bestätigt, sind Institutionen wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DGE deutlich skeptischer. Es ist weitgehend unstrittig, dass alle zugesetzten Vitamine, Enzyme und Stoffe dem Körper auch mit einer ausgewogenen Ernährung aus frischen Produkten in ausreichender Menge zugeführt werden können. Ferner werde dem Konsumenten suggeriert, mit dem Verzehr bestimmter Produkte gesundheitsgefährdende Ess- und Lebensgewohnheiten kompensieren zu können, kritisiert beispielsweise die DGE.

Großes Wachstum erwartet

Der in der Werbung beschworene "Zusatznutzen" dürfte also in erster Linie für die Bilanzen von Konzernen wie Nestlé und Danone eintreten, die für die Markteinführung verschiedener Joghurtproduktlinien in den letzten Jahren jeweils zweistellige Millionenbeträge ausgaben. Diese Investitionen sollen sich langfristig auszahlen: Bis zum Jahr 2050 rechnet Nestlé mit einem Anteil von 50 Prozent des "Functional Food“ am weltweiten Lebensmittelmarkt.