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Ernährungsindustrie - fünftgrößter Wirtschaftszweig




17.12.2008

Mit knapp 6.000 Betrieben, mehr als einer halben Million Beschäftigten und einem Umsatz von rund 139 Milliarden Euro im Jahr 2006 zählt die Ernährungsindustrie zu den wichtigsten Industriezweigen in Deutschland.

 

Lediglich die Automobilfertigung, der Anlagen- und Maschinenbau, die Chemieindustrie und der Lebensmittelhandel erzielen höhere Umsätze. Mit 21,6 Prozent des Gesamtumsatzes spielt Fleisch die wichtigste Rolle in der deutschen Nahrungsmittelproduktion. Es folgen Milch und Milchprodukte (17,2 Prozent), Süß-, Back- und Dauerbackwaren (16,9 Prozent), alkoholische Getränke (9 Prozent) sowie Obst und Gemüse (5,9 Prozent).

Noch mittelständisch geprägt

Die Konzentration der Unternehmen der Ernährungsindustrie hat zwar weiter zugenommen, ist aber im Vergleich zum Lebensmitteleinzelhandel oder zu anderen Wirtschaftsbereichen noch relativ gering. Die Ernährungsindustrie ist traditionell mittelständisch geprägt - mit einem Umsatzdurchschnitt je Betrieb von fast 25 Millionen Euro. Die zehn größten Unternehmen vereinigen lediglich knapp 14 Prozent des Branchenumsatzes auf sich. Nur zehn Prozent der Unternehmen in der Ernährungswirtschaft erzielen einen Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro. Die Angebotskonzentration ist relativ hoch bei Nährmitteln, Stärke und Stärkeerzeugnissen, Ölmühlenerzeugnissen, Margarine und Zucker.

Multis gewinnen Marktanteile

Die Marktmacht des Handels hat jedoch den Strukturwandel beschleunigt. Auch die Weltmarktführer der Ernährungsindustrie (Nestlé, Unilever und Kraft Foods) haben ihre Position auf dem deutschen Markt ausbauen können. Allein diese drei Firmengruppen erzielten im Jahr 2007 gemeinsam einen Umsatz von rund acht Milliarden Euro.

Mehr Exporte

Die Branche wendet jährlich 2,7 Milliarden Euro für Werbung auf. Spitzenreiter bei den werblichen Aktivitäten ist die Schokoladen und Süßwarenbranche, die 21 Prozent des gesamten Werbeaufkommens einsetzt, gefolgt von der Milchbranche die bei 16 Prozent liegt. Die Exportquote der deutschen Ernährungsindustrie ist 2007 auf 24,6 Prozent gestiegen, 2004 lag sie noch bei 21,6 Prozent. Lebensmittelausfuhren im Wert von 36,3 Milliarden Euro standen 2007 Importen von 38,7 Milliarden Euro gegenüber.