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Handel

Handel im Wandel




Handel im Wandel

12.12.2008

Der Lebensmittelhandel ist in Deutschland ein gewichtiger Wirtschaftsfaktor und stark im Wandel begriffen. Die Einkaufsfläche wächst, den größten Umsatz machen dabei fünf Großkonzerne.

 

Der Gesamtumsatz der Branche betrug in 2007 gut 140 Milliarden Euro und wurde in ca. 60.000 „Vertriebseinheiten“ erzielt. Darunter sind sowohl Filialen von Handelsketten, Lebensmittelabteilungen in Warenhäusern als auch selbstständige Einzelhändler zu verstehen. In Deutschland existiert je 1.000 Einwohner eine Verkaufsfläche von rund 352 Quadratmetern. Damit stehen jedem in Deutschland doppelt so viele Quadratmeter Einkaufsfläche zur Verfügung wie in Großbritannien. Die Folge ist ein ruinöser Preiskampf und Verdrängungswettbewerb, der den Konzentrationsprozess in der Branche beschleunigt. Für den Kunden bedeutet dies ein Verlust von Vielfalt und eine Zunahme von Uniformität in der Einkaufslandschaft.

Knapp zwei Drittel des Umsatzes durch fünf Konzerne

Diese Konzentration zeigt sich auch bei der Top 5 des Lebensmittelhandels  - Edeka, REWE, Schwarz (Lidl), Aldi und Metro – die ihren gemeinsamen Marktanteil 2006 auf 67 Prozent steigern konnten. Sie allein beschäftigen in Deutschland schon knapp eine Millionen Arbeitskräfte. Den Top 5 folgen Tengelmann, Arcandor (vormals KarstadtQuelle), Lekkerland, Schlecker und Globus die einen gemeinsamen Marktanteil von 19,8 Prozent verzeichnen konnten. So kommen die TopTen des Lebensmittelhandels auf insgesamt knapp 87 Prozent Marktanteil.

Lebensmittel in Deutschland billiger als im EU-Durchschnitt

Der Anteil der Konsumausgaben, der in Deutschland für Lebensmittel aufgewendet wird, lag 2005 bei 13 Prozent, 2000 waren es noch 15,6 Prozent gewesen. EU-weit wird dieser Wert in Irland, Großbritannien, Luxemburg und den Niederlanden sogar noch unterschritten. Europaweit (EU27) werden im Durchschnitt 19,5 Prozent für Lebensmittel aufgewandt. In den osteuropäischen Beitrittsstaaten dagegen wenden die Verbraucher weit über 20 Prozent ihrer Konsumausgaben für Lebensmittel auf. Das ist vor allem auf die im Vergleich zu Deutschland wesentlich niedrigeren Durchschnittseinkommen zurückzuführen.

Verbrauch von Nahrungsmitteln pro Kopf und Jahr in Euro
Schweiz6.399 €
Luxemburg5.418 €
Norwegen4.845 €
Frankreich4.672 €
Großbritannien4.187 €
Dänemark4.063 €
Irland3.458 €
Schweden3.315 €
Deutschland2.337 €

(Quelle: Verbrauch von Nahrungsmitteln durch Privatpersonen pro Kopf und Jahr in Euro; Planet Retail 2005; für ausgewählte Staaten im Jahr 2004)

 

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