Discounter auf dem Vormarsch
09.02.2009
Eindeutige Gewinner der Entwicklungen auf dem deutschen Lebensmittelmarkt sind die Discounter. Sie konnten im Jahr 2008 ihren Anteil an den deutschen Lebensmittelumsätzen trotz deutlicher Preiserhöhungen um einen weiteren Punkt auf 44 Prozent erhöhen. Im Jahr 2000 hatte dieser noch bei 32 Prozent gelegen.
Damit haben die Discounter laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ihren Anteil innerhalb von sechs Jahren um gut sieben Prozentpunkte erhöht. Die Supermärkte stürzten im gleichen Zeitraum um mehr als ein Viertel auf 23,3 Prozent ab. Discounter in Deutschland besonders starkIn keinem Land Europas ist das Discountsegment so stark vertreten wie in Deutschland. Zum Vergleich: Schon im zweitgrößten Markt Frankreich liegt der Umsatz der Discounter nur noch bei weniger als der Hälfte. Dem europäischen Geschäft insgesamt wird branchenintern großes Wachstumspotential zugeschrieben, insbesondere in Osteuropa positionieren sich die Handelsketten. Führend im europäischen Discount-Ranking sind dabei drei deutsche Firmen: Lidl, Aldi-Süd und Aldi-Nord. Im deutschen Markt gibt es ebenfalls noch Wachstumschancen. Zwar scheint das Kundenpotential der Discounter weitgehend ausgeschöpft zu sein. Die Erweiterung der Angebotspalette – zum Beispiel im Non-Food- und Frischfleischbereich – sorgt aber dennoch für steigende Umsätze (und Gewinne). Über 90 Prozent des Gesamtumsatzes des Discountsektors werden von sechs großen Ketten erzielt: Aldi (Nord und Süd), Lidl, Plus (bisher Tengelmann, Anfang 2009 zu EDEKA), Penny (REWE), Netto (EDEKA) und Norma, die zusammen über ein stetig wachsendes Netz von zurzeit rund 14.400 Filialen verfügen. Immer größere VerkaufsstättenVerlierer der Entwicklung sind vor allem kleine (bis 400 Quadratmeter) und mittlere (bis 800 Quadratmeter) Geschäfte. 2006 konnten sich besonders die Supermärkte in Größen zwischen 1.000 und 1.500 qm im Markt behaupten. Obwohl Großflächenmärkte (ab 1.500 qm) und Discounter im Jahr 2006 nur rund ein Drittel der Verkaufsstellen betrieben, erzielten sie damit einen Anteil am Gesamtumsatz von nahezu 70 Prozent. Die restlichen 30 Prozent verteilen sich auf die 37.000 anderen Verkaufsstellen.
Über- und UnterversorgungDer Trend zu großen Vertriebseinheiten und riesigen Shopping-Zentren außerhalb der Innenstädte hat inzwischen etlichen traditionellen Einkaufsstraßen mit kleinteiliger Einzelhandelsstruktur den Garaus gemacht. Längst gibt es partielle Unterversorgung. In vielen Dörfern und kleineren Städten ist keine bedarfsdeckende Einzelhandelsstruktur mehr vorhanden, während sich in Zentren auf der "grünen Wiese" oftmals mehrere SB-Märkte und Discounter Konkurrenz machen.
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