
Forderungen |
25.08.2008
Die Landwirtschaft in Deutschland verursacht Treibhausgase in Höhe von 133 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent jährlich - annähernd soviel wie der Straßenverkehr. Sowohl die konventionelle als auch die ökologische Landwirtschaft tragen dabei erheblich zum Treibhauseffekt bei.
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Die ökologische Landwirtschaft emittiert zwar insgesamt 15 bis 20 Prozent weniger Treibhausgase, verursacht aber mehr Emissionen in Teilen der Milch- und Rindfleischproduktion. Das Bio-Siegel enthält keine Kriterien im Hinblick auf Energieverbrauch oder Ausstoß von Treibhausgasen. Wer Bioprodukte kauft, ernährt sich deshalb nicht automatisch klimaschonend. Wichtiger ist die eigene Ernährungsweise, insbesondere die Menge des besonders klimaschädlichen Rindfleisch- und Milchkonsums.
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Die Landwirtschaft in Deutschland emittiert mit 133 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten fast ebensoviel Treibhausgase wie der Straßenverkehr. 71 Prozent oder 94 Millionen Tonnen verursacht die Tierhaltung, deutlich mehr als die Hälfte davon die Rindfleisch- und Milchproduktion. 29 Prozent oder 39 Millionen Tonnen entstammen dem Anbau von Pflanzen für Nahrungsmittel. Trotz dieser hohen Treibhausgasmengen ist die Landwirtschaft nicht Teil der deutschen (oder europäischen) Klimapolitik. Die Bundesregierung begründet dies damit, dies sei nicht notwendig, weil es sich bei der Entstehung von Treibhausgasen in der Landwirtschaft um "natürliche Prozesse" handele. Das Ausmaß der Treibhausgase in der Landwirtschaft beruht jedoch nicht auf "natürlichen Prozessen", sondern wird durch die von Menschen gewählten Produktionsmethoden und durch die Ernährungsweise der Konsumenten bestimmt.
Wegen des großen Potentials, Treibhausgase in der Landwirtschaft zu reduzieren, muss die Landwirtschaft unbedingt Teil der deutschen und europäischen Klimapolitik werden. Zu diesem Zweck müssen konkrete Reduktionsziele formuliert werden. Bei konsequenter Umstellung der Landnutzung, ökologischer Produktionsweise und einer Verringerung des Konsums von Fleisch und Milchprodukten lassen sich die Treibhausgase der Landwirtschaft um etwa 80 Millionen Tonnen oder 60 Prozent reduzieren. Das Klimaziel der Bundesregierung sieht vor, bis 2020 in allen Wirtschaftssektoren (außer der Landwirtschaft) 270 Millionen Tonnen pro Jahr einzusparen. Auf das beträchtliche Einsparpotential der Landwirtschaft darf keinesfalls verzichtet werden.
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Die anstehende Reform der Europäischen Agrarpolitik muss klimapolitisch ausgerichtet werden. Das bestehende Subventionssystem fördert über Flächenprämien die landwirtschaftliche Produktion undifferenziert und ist extrem klimaschädlich. Das Subventionssystem muss abgeschafft und durch ein System von Umweltabgaben und Emissionssteuern ersetzt werden. Die Steuern oder Abgaben müssen auf die Emissionen der Treibhausgase sowie auf den Einsatz klimarelevanter Inputs (Mineraldünger, Pflanzenschutzmittel) erhoben und gleichermaßen auf Ökolandbau und konventionelle Landwirtschaft angewendet werden.
Die Landwirtschaft in den Emissionshandel mit einzubinden, ist nicht praktikabel. Zu unterschiedlich sind die Emissionen der einzelnen Betriebe. Die Emissionsmengen variieren stark in Abhängigkeit von den jeweiligen Unterschieden in der Tierhaltung, den Bodenbedingungen und anderen Faktoren.
Die geforderten Umweltabgaben, die die Subventionen ablösen sollen (siehe oben), werden insbesondere zu einer Verteuerung von Rindfleisch und Milchprodukten und zu einem entsprechenden Rückgang der Nachfrage führen. Der Verbrauch von Schweine- und Geflügelfleisch, die generell viel weniger klimaschädlich sind, würde dagegen ansteigen. Ein signifikanter Rückgang des Konsums und der Produktion von Fleisch sowie der Vergeudung von Fleisch hätte aber nicht nur negative, sondern auch positive Auswirkungen, nämlich auf die menschliche Ernährungsweise in Deutschland, die auf einem zu hohen Fleischkonsum beruht. Allerdings muss die Sozialpolitik gewährleisten, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, sich angesichts höherer Nahrungsmittelpreise ausgewogen und ausreichend zu ernähren.
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