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Fragen und Antworten

2008 wurden die Hürden für die Kennzeichnung "Ohne Gentechnik" gesenkt. Warum begrüßt foodwatch das?




29.01.2008

Bisher können Verbraucher beim Einkauf von Milch, Fleisch und Eiern nicht erkennen, ob die Tiere mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert wurden. Denn es gibt keine entsprechende Kennzeichnungspflicht auf den Produkten. Nur bei Bio-Lebensmitteln, die in Deutschland einen Marktanteil von unter fünf Prozent haben, können Verbraucher bisher die Verwendung von Gentechnik sicher ausschließen. Damit werden sie bei konventionellen Lebensmitteln um eine entscheidende Auswahlmöglichkeit betrogen.

Bisherige Kennzeichnung nicht praktikabel

Es gibt zwar schon seit 1997 die Möglichkeit, Lebensmittel als "Ohne Gentechnik" zu kennzeichnen. Dafür galten folgende Anforderungen:

  • Das Produkt durfte nicht aus einem gentechnisch veränderten Produkt bestehen oder aus diesem hergestellt sein.
  • Es durften auch sonst keinerlei Hilfsmittel wie Enzyme verwendet werden, zu deren Herstellung Gentechnik verwendet wurde.
  • Bei tierischen Produkten durften die Tiere nicht mit Futtermitteln gefüttert werden, die Gentechnik in irgendeiner Form enthielten. Auch die Verwendung von Tierarzneimitteln wurde unter Umständen erfasst.

Diese Anforderungen waren für Hersteller und Handel zum Teil nur schwer überprüfbar und damit wenigs praxisgerecht. So mussten zwar gentechnisch veränderte Futterpflanzen gekennzeichnet werden, nicht aber gentechnisch hergestellte Enzyme. Für Futtermittel-Hersteller wie auch für Landwirte bedeutete dies unwägbare Risiken der Fehldeklaration. Die Kennzeichnung wurde daher kaum genutzt.

Nachbesserung bei "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung

Seit 2008 dürfen tierische Lebensmittel als gentechnikfrei vermarktet werden dürfen, wenn auf gentechnisch veränderte Futterpflanzen verzichtet wird. Mit dieser praktikablen Regelung haben konventionelle Landwirte und Molkereien erstmalig einen Anreiz, auf gentechnikfreie Fütterung umzustellen. Denn wenn sie ihre Produkte als "Ohne Gentechnik“ vermarkten können, können sie möglicherweise auch einen Mehrpreis dafür erlösen.

Mehr Wahlfreiheit für Verbraucher

Den Verbrauchern bietet das Label die Möglichkeit, sich beim Einkauf bewusst gegen Gentechnik zu entscheiden. Bei der entsprechenden Nachfrage kann so ein wichtiger Impuls für den Markt entstehen. Der Kampf um den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen entscheidet sich bei den Futterpflanzen, denn 80 Prozent der weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen werden verfüttert. Jedes Jahr werden etwa 35 Millionen Tonnen Sojaprodukte in die Europäische Union (EU) eingeführt, die Hälfte davon gilt als gentechnisch verändert und landet zum allergrößten Teil im Futtertrog.