Ist der Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft überhaupt noch aufzuhalten?
29.01.2008
Dazu besteht mit der neuen Kennzeichnungsmöglichkeit nun eine Chance. In Deutschland ist lediglich gentechnisch veränderter Mais zum kommerziellen Anbau zugelassen. Im Jahr 2007 wurde auf einer Fläche von 2685 Hektar gentechnisch veränderter Mais angebaut. Das sind 0,015 Prozent der Maisanbauflächen in Deutschland. In Spanien und Frankreich werden ebenfalls einige 10.000 Hektar gentechnisch veränderter Mais angebaut. Ansonsten sind die Äcker in der EU aber nahezu gentechnikfrei.
Deutschland: Wichtiger Abnehmer für Futterpflanzen
Selbst weltweit werden noch immer 90 Prozent der Anbauflächen ohne gentechnisch verändertes Saatgut bewirtschaftet. 80 Prozent der weltweit angebauten gentechnisch veränderten Pflanzen werden dabei zu Futtermitteln verarbeitet. Deutschland und die Europäische Union (EU) sind ein wichtiger Abnehmer für gentechnisch veränderte Futterpflanzen. Jedes Jahr werden etwa 36 Millionen Tonnen Soja in die EU importiert und überwiegend als Futtermittel verwendet. Deutschland hat mit die größten Rinder-, Schweine-, und Geflügelbestände in der EU. Ein großer Teil der importierten Soja ist gentechnisch verändert - vor allem, wenn sie aus den USA oder Argentinien kommt.
Entscheidung mit Signalwirkung
Wenn Deutschland als ein wichtiges EU-Mitglied eine solche Kennzeichnung einführt, hat das eine Signalwirkung. Es kann dazu führen, dass auch andere Länder ähnliche nationale Regelungen einführen. Schon allein wenn die deutsche Nachfrage nach gentechnisch unverändertem Soja durch die neue Regelung steigt, kann das einen Einfluss auf die internationalen Märkte haben und dazu beitragen, dass weiterhin gentechnisch unveränderte Pflanzen angebaut werden.
|