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Beispiel Honig

Problem für Imker: Anbau genmanipulierter Pflanzen


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Weltmeister im Honig-Essen: Die Deutschen

Honig profitiert vom positiven Image eines Naturprodukts. Die Deutschen lieben ihn ganz besonders. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 1,3 Kilogramm sind sie quasi Weltmeister im Genießen des süßen Nektars. Rund 20 Prozent davon werden von einheimischen Bienen erzeugt. 800.000 Bienenvölker sammeln immerhin 25.000 Tonnen Honig.

Imker fürchten um ihre Existenz

In Deutschland gibt es 90.000 Imker, davon 5.500 unter Erwerb, die ihren Honig zu 90 Prozent direkt vermarkten. Durch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen sehen sich Imker in ihrer Existenz bedroht. Denn auch wenn es keine Kennzeichnungspflicht für Honig geben sollte, könnte der Handel im Gegensatz zur Politik dem Wunsch der Verbraucher nach gentechnikfreien Produkten nachkommen und von den Imkern den Nachweis der Gentechnikfreiheit verlangen. Dann müsste per Analyse geklärt werden, ob im Honig GVO-Pollen enthalten ist. Diese Untersuchung kostet mindestens 300 Euro pro Test. Offen ist, wer diese Kosten tragen muss und wer für Schäden aufkommt, wenn Imker GVO-haltigen Honig nicht verkaufen können.

Bundeslandwirtschaftsministerium ignoriert Thema Honig

foodwatch hat bereits im November 2003 eine Anfrage mit elf Fragen zu Gentechnik und Honig an die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast gestellt. Darauf gibt es bis heute keine Antwort. Auch unter ihrem Nachfolger Horst Seehofer wird das Thema Honig und Gentechnik weitgehend ignoriert. Das im Februar 2007 vorgelegte Eckpunktepapier der Bundesregierung für das neue Gentechnikgesetz lässt viele Fragen offen. Lediglich ein Punkt wird darin geklärt: Wenn Bienen den Pollen von GVO-Pflanzen verbreiten, müssen Imker nicht dafür haften.

Eines ist absehbar: Wenn die GVO-Landwirtschaft in Deutschland ausgeweitet wird, wird Honig das erste Lebensmittel sein, das ohne Gentechnik schlicht nicht mehr zu haben ist. Verbraucher hätten bei Honig dann nur noch die Wahl zwischen Gen-Honig oder gar keinem Honig, das Ende der Wahlfreiheit. Auch für Bio-Honig wäre dies das endgültige Aus, denn in Bioprodukten ist Gentechnik in der Regel nicht zugelassen.


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