Offener Brief an Künast: Fakten auf den Tisch!
21.10.2004
Das Verbraucherministerium behauptet, das Sicherheitssystem bei der Verwertung von Tiermehl habe keine Lücken. foodwatch hat im Tiermehl-Report das Gegenteil gezeigt und fordert Beweise für diese Behauptung.
Am 20. Oktober 2004 hat Alexander Müller, Staatssekretär im Bundesverbraucherministerium, gegenüber der Presseagentur dpa erklärt, das Sicherheitssystem bei der Verwertung von Tiermehl weise keine Mängel auf. foodwatch-Recherchen haben jedoch ergeben:
124.000 Tonnen Tiermehle verschwundenDer Verbleib von 124.000 Tonnen Tiermehlen ist unklar. Das Statistische Bundesamt bestätigt in einem Schreiben vom 14.10.2004 dieses Ergebnis der foodwatch-Recherchen: "Diese Schätzung ist für uns nachvollziehbar". foodwatch vermutet, dass das Tiermehl als Futtermittel verkauft wurde. Nur so wäre der offensichtlich erzielte hohe Preis zu erklären. Keine Kontrolle des Verfütterungsverbots Die Verordnung der Europäischen Union, dass alle Tiermehle eingefärbt beziehungsweise vergällt werden müssen, wird nicht umgesetzt. Das zeigten die foodwatch-Recherchen zum Tiermehl-Report. Gleichzeitig werden Tiermehle in der Landwirtschaft in immer größerem Umfang als Düngemittel eingesetzt (2001: 15.000 Tonnen pro Jahr, 2003: 170.000 Tonnen pro Jahr). Die Gefahr, dass als Düngemittel gekauftes Tiermehl doch an Nutztiere verfüttert wird, steigt. Die Verordnung muss dringend umgesetzt werden. foodwatch-Forderungen foodwatch forderte das Verbraucherministerium deshalb am 21.10.2004 in einem offenen Brief auf: - darzulegen, was mit jenen 124.000 Tonnen Tiermehl passiert ist, die über amtliche Statistiken ausgewiesen sind
- die Lückenlosigkeit der Sicherheitsmaßnahmen zu belegen und
- zu erklären, warum Warnungen mehrerer Bundesländer zu Problemen bei Tiermehl keine Konsequenzen hatten.
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