Gegenmaßnahmen in Deutschland
01.03.2007
Jedes Jahr treten in Deutschland neue BSE-Fälle auf - trotz Gegenmaßnahmen wie dem Verfütterungsverbot von Tiermehl und Kontrollen bei Schlachttieren.
Am 26.11.2000 wurde das erste in Deutschland geborene Rind positiv auf BSE getestet. Durch verschiedene Maßnahmen versucht die Regierung seitdem, die Ausbreitung von BSE zu verhindern. Daraufhin ging die Zahl der Fälle zurück: Gab es 2001 noch 125 erkrankte Rinder, waren es schon 2003 nur noch 54. 2005 gab es insgesamt 32 Fälle, zwei davon bei Rindern, die nach dem Tiermehl-Verfütterungsverbot geboren wurden. 2006 wurden 16 Erkrankungen diagnostiziert.
Verbot der Tiermehl-VerfütterungWie sehen die getroffenen Gegenmaßnahmen konkret aus? EU-weit wurde im Januar 2001 die Verfütterung von Tiermehlen verboten. Seitdem wurde das Verbot jedoch allmählich aufgeweicht: Seit April 2001 darf Fischmehl wieder an Nichtwiederkäuer wie Schweine und Geflügel verfüttert werden. Seit September 2003 dürfen auch Proteine sowie Knochenmehl von Nichtwiederkäuern wieder an Nichtwiederkäuer verfüttert werden. Verboten bleiben verarbeitete tierische Proteine sowie die damit hergestellten Futtermittel. In Deutschland dürfen im Gegensatz zu europäischen Regelungen auch tierische Fette nicht als Futter dienen. BSE-SchnelltestsWenn ein Rind in Deutschland geboren wird, bekommt es zwei Ohrmarken mit einer 15-stelligen Nummer sowie einen Tierpass. Seine Daten werden in einer bundesweiten Datenbank gespeichert. Bei der Schlachtung werden BSE-Risikomaterialien wie Gehirn, Augen, Mandeln, Wirbelsäule, Rückenmark und Darm entnommen und verbrannt. Bis Juni 2006 mussten zudem alle über 24 Monate alten Rinder, die für den menschlichen Verzehr geschlachtet wurden, getestet werden. Ende Juni wurde das BSE-Testalter in Deutschland aber von 24 auf 30 Monate angehoben. In den anderen Ländern der Europäischen Union wurden Rinder von vornherein erst ab einem Alter von 30 Monaten getestet. Alle über 24 Monate alten not- und krankgeschlachteten Tiere müssen EU-weit auf BSE getestet werden, verendete Tiere nur nach einem bestimmten Stichprobenschlüssel. foodwatch hält die Heraufsetzung des Testalters für gesund geschlachtete Rinder für problematisch, weil auch eine längere Inkubationszeit möglich sein soll. Theoretisch können also auch jüngere Tiere vom BSE-Erreger befallen sein. Das wird bei diesem Vorgehen aber nicht erkannt. Einige Tierhalter schlachten ihre Rinder zudem gezielt kurz vor Ablauf der 30-Monatsfrist, um die Testkosten zu sparen.
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