BSE außerhalb Europas: Die Rolle der USA
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01.05.2004
Ursache der BSE-Fälle außerhalb Europas ist vor allem der Export von tiermehlhaltigen Futtermitteln aus der Europäischen Union (EU). Eine Sonderrolle spielen dabei die USA.
Die europäischen Länder haben zwar Ende der 90er Jahre Maßnahmen zum Schutz der eigenen Bevölkerung eingeleitet, der Export der in Europa verbotenen Futtermittel wurde jedoch nicht untersagt. Vor allem im Nahen Osten sowie in Asien sind Fälle von BSE aufgetreten, die auf importierte Futtermittel zurückzuführen sind. Die offiziellen Zahlen in den entsprechenden Ländern (mit Ausnahme Japans) sind wegen der zum Teil unzulänglichen Kontrollen mit Vorbehalt zur Kenntnis zu nehmen. So sind aus Oman zwei 1989 Fälle gemeldet worden, aus Israel bis Januar 2005 einer. In Japan sind bis Juni 2003 insgesamt 19 BSE-Fälle bestätigt worden. Eine Sonderrolle spielen die USA.
Ab 2003: BSE in den USAIn den USA war BSE lange Zeit kein Thema. Im Land mit dem höchsten Fleischkonsum weltweit galten Bilder von Notschlachtungen kranker Tiere als europäischer Albtraum. Bis zum 23. Dezember 2003. An diesem Tag gab die amerikanische Landwirtschaftsministerin Veneman den ersten BSE-Fall bekannt. Es handelte sich um eine Holstein-Kuh von der Sunny Dene Ranch im Bundesstaat Washington, die am 9. Dezember im Schlachthof von Moses Lake zusammen mit anderen Rindern geschlachtet und zerlegt wurde. Getestet wurde das Tier, weil es ein so genannter "Downer" war. Downer sind Tiere, die bei Ankunft auf dem Schlachthof nicht selbst laufen können. Von solchen Tieren muss eine Gewebeprobe entnommen werden. Ein zuverlässiges Kontrollsystem gibt es in den USA nicht. Es werden nur Tiere getestet, die offensichtlich krank sind. Von den 35 Millionen im Jahr 2003 geschlachteten Rindern wurden nur 20.500 auf BSE untersucht. Keine zuverlässigen Kontrollen Das Landwirtschaftsministerium in der US-Hauptstadt hat zugegeben, dass höchstens 10 Prozent des Schlachtviehs überhaupt überprüft werden. Die BSE-Tests liegen bei etwa einem Prozent. Das Fleisch der infizierten Kuh war inzwischen längst in die Handelsketten gelangt, auch wenn Landwirtschaftsministerin Veneman beteuerte, dass das Fleisch durch einen "freiwilligen Verkaufsstop" des Handels zurückgerufen wurde. George W. Bush forderte am Neujahrstag 2004 seine Landsleute auf, seinem Beispiel zu folgen und auch nach bekannt werden des ersten BSE-Falls in den USA Rindfleisch zu essen. Auch wenn der Verkauf von Biofleisch für einige Wochen stark anstieg, beeinflusste der BSE-Fall den Rindfleischkonsum in den USA mittelfristig kaum. Weder die Fleischproduzenten noch die Hamburgerketten klagen über einen Absatzrückgang. Kurz nach Bekanntgabe der BSE-Nachricht waren allerdings die Preise für Schlachtvieh um 16,6 Prozent gesunken. Hauptgrund für den Preisverfall ist der Export. Die USA exportieren jedes Jahr Rindfleisch im Wert von 3,6 Milliarden Dollar. Die Hauptabnehmer Japan, Mexiko und Südkorea hatten ein Einfuhrverbot für amerikanisches Rindfleisch verhängt, welches zwischenzeitlich von 40 Ländern unterstützt wurde.
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