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Zusatzstoffe

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Problematische Zusatzstoffe in Bioprodukten




Problematische Zusatzstoffe in Bioprodukten

17.02.2010

Bioprodukte können problematische Substanzen enthalten. Das gilt besonders für verarbeitete Produkte. Denn das Bio-Siegel erlaubt den Einsatz einer Reihe von Zusatzstoffen – darunter auch Carrageen, das im Tierversuch zu Geschwüren und Veränderungen im Immunsystem führte.

 

Verstärkt bieten Deutschlands Supermärkte biologisch erzeugte Lebensmittel an. Eigenmarken mit Namen wie Naturkind (Kaiser’s Tengelmann) oder BioBio (vormals Plus, jetzt Netto Marken Discount) erweitern das konventionelle Sortiment. Wie fast alle ökologisch erzeugten Produkte tragen auch die der konventionellen Supermärkte in der Regel das sechseckige staatliche Bio-Siegel. Es garantiert, dass bei der Herstellung und Kontrolle die Kriterien der EU-Öko-Verordnung Nr. 2092/91 eingehalten wurden. Diese verbietet unter anderem den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel sowie Gentechnik und verlangt eine artgerechte Tierhaltung.

Rund 50 Zusatzstoffe: Auch Carrageen und Nitritpökelsalz erlaubt

Bei konventionellen Lebensmitteln kommen rund 320 Zusatzstoffe zum Einsatz. Das Bio-Siegel erlaubt nur rund 50 Zusatzstoffe. Darunter sind jedoch auch problematische Substanzen wie das umstrittene Verdickungsmittel Carrageen (E 407). Carrageen wird häufig  "zur Vermeidung von Aufrahmung" Milchprodukten zugesetzt. Die physiologische Wirkung der Substanz, die aus Rotalgen gewonnen wird, ist umstritten. Im Tierversuch führt sie zu Geschwüren und Veränderungen im Immunsystem.

Auch der Einsatz des umstrittenen Nitritpökelsalzes ist erlaubt. Nitrit gilt als problematisch, weil sich daraus im menschlichen Magen krebserregende Nitrosamine bilden können. Wurstwaren von "BioBio", "Bio-Wertkost" (Edeka) und "Grünes Land" enthalten das umstrittene Salz, auch die Firma Alnatura setzt es ein. Herstellerverbände wie Demeter, Bioland oder GÄA verzichten jedoch darauf - wegen der möglichen Gesundheitsgefahr.

"BioBio"-Schlagsahne nach foodwatch-Kritik ohne Carrageen

foodwatch kritisiert seit 2006, dass Bio-Hersteller Zusatzstoffe wie Carrageen einsetzen. Auch der Discounter Plus verkaufte beispielsweise in seiner Produktschiene "BioBio" Schlagsahne mit Carrageen. Dass es auch ohne geht, sah Plus aber ein und bot das Milchprodukt dann ohne Carrageen an. Nicht mehr der Zusatzstoff, sondern der Hinweis "Vor dem Öffnen gut schütteln" soll verhindern, dass sich das Fett aus der Sahne absetzt. Schütteln statt Carrageen: So einfach kann der Verzicht auf Zusatzstoffe sein.

Auch die "BioBio Frische Käse-Creme" in den vier Geschmacksrichtungen "Natur-Classic", "Kräuter", "Schwarzer Pfeffer" und "Bärlauch" enthielt den umstrittenen Zusatzstoff. Nach Auskunft der Pressestelle hatte Plus diese Produkte im November 2007 aus dem Sortiment gestrichen.

foodwatch fordert: Bio ohne problematische Zusatzstoffe

Bio ist also nicht gleich Bio, es gibt verschiedene Qualitäten. Das Bio-Siegel garantiert eine Art Basis-Qualität. Die Anforderungen der Hersteller-Verbände gehen häufig darüber hinaus. Und: Produkte mit Bio-Siegel können gesundheitsgefährdende Zusatzstoffe enthalten. foodwatch fordert, den Einsatz umstrittener Zusatzstoffe wie Nitritpökelsalz und Carrageen in Bioprodukten zu verbieten. Bio-Hersteller müssen – wie Plus es bei der "BioBio-"Schlagsahne tat – auf gefährliche Zusatzstoffe in ihren Produkten verzichten.

 
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Weitere Informationen zum Thema

  • Regelungslücke bei Fleisch- und Milchprodukten
    Für ökologische Fleisch- oder Milchprodukte war der Einsatz von Zusatzstoffen bis Mai 2006 gesetzlich nicht geregelt. Ab dem 01.12.2007 ist die Verwendung von Carrageen und Nitritpökelsalz nun ausdrücklich erlaubt.

  • Interview: Qualität bei Biolebensmitteln und "tegut"
    Interview: Qualität bei Biolebensmitteln und Über die Qualität von Bio-Lebensmitteln sprach foodwatch mit Wolfgang Gutberlet. Der Vorstandsvorsitzende von tegut wurde im Jahr 2005 von dem Wirtschaftsmagazin Capital und der Umweltstiftung WWF zum "Ökomanager des Jahres" gekürt. tegut betreibt über 300 Supermarktfilialen sowie eine eigene Großfleischerei und Bäckerei.