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Falsche Preise, wahre Kosten![]() 24.03.2004 Preise üben eine entscheidende Signalfunktion im Markt aus und bestimmen maßgeblich das Verbraucherverhalten. Um Verbrauchern ihre Schiedsrichterfunktion im Markt zu ermöglichen, müssen Preise die Qualität und die Kosten eines Produktes widerspiegeln. Im Falle der Lebensmittelpreise ist diese Forderung kaum erfüllt. Steuersubventionen in Milliardenhöhe und die Verlagerung von Umweltkosten auf die Allgemeinheit verzerren die Preise.
Im Jahr 2001 hatte die rot-grüne Bundesregierung als Reaktion auf die BSE-Krise eine Agrarwende angekündigt. Ziel war es, den Anteil der ökologischen Landwirtschaft von damals etwa drei Prozent auf 20 Prozent im Jahre 2010 zu erhöhen. Dafür ist die Preisfrage die entscheidende Frage. Denn viele Verbraucher bringen zwar ihre Sympathie für Bioprodukte zum Ausdruck, aber fast zwei Drittel geben als Grund für die Kaufzurückhaltung zu hohe Preise von Bioprodukten an. Immerhin die Hälfte der Befragten findet Mehrpreise von zehn Prozent für Bio akzeptabel - und 40 Prozent würden sogar einen Öko-Zuschlag von 30 Prozent verstehen. Noch höhere Mehrpreise wollen die Wenigsten akzeptieren. Bei Fleisch aus konventioneller und ökologischer Produktion sind die Preisunterschiede enorm. Ein Kilo herkömmliches Schnitzel kostet sieben Euro - im Vergleich zu 13 Euro für ein Kilo Ökoschnitzel. Damit kostet das Ökoprodukt fast das Doppelte. Leitfragen der Studiefoodwatch hat die Studie "Was kostet ein Schweineschnitzel wirklich?" in Auftrag gegeben, um auf folgende Fragen Antworten geben zu können:
Das Schweineschnitzel wurde ausgewählt, weil in Deutschland jedes Jahr über 37 Millionen Schweine geschlachtet werden und jeder Einwohner rund 40 kg Schweinefleisch verzehrt. Zudem kann bei der Produktion von Fleisch - vom Futteranbau über Tierhaltung und Düngung - eine Vielzahl von ökologischen und ökonomischen Einflussgrößen bewertet werden. Die vorliegende Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) dokumentiert und analysiert die Entstehung offener und verborgener Kosten auf allen Produktionsstufen bei der Erzeugung von Schweinefleisch. foodwatch leitet aus den Studienergebnissen Defizite der Agrar- und Verbraucherpolitik ab und formuliert politische Forderungen. Mit der Studie möchte foodwatch die Debatte über Kostenwahrheit, Produktqualität und Kaufverhalten der Verbraucher neu anstoßen und sich nicht mit moralischen Appellen an die Verbraucher begnügen.
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