foodwatchfoodwatch - die essensretter

Forderungen

Die politischen Forderungen von foodwatch



24.03.2004

Aus der Studie "Was kostet ein Schnitzel wirklich?" ergeben sich für foodwatch drei politische Forderungen: Wer die Umwelt schädigt, muss dafür aufkommen. Die Vertriebskosten für Ökofleisch müssen sinken. Werbung und Kennzeichnung von Fleisch müssen so gestaltet werden, dass für den Verbraucher verschiedene Qualitätsstufen erkennbar sind.

 

Auf den folgenden Seiten finden Sie die Forderungen von foodwatch aus dem foodwatch Schnitzel-Report (siehe PDF-Dokument Seite X bis XII).

Dokumente & Links

1. Wer die Umwelt schädigt, muss dafür bezahlen (Verursacherprinzip)

Die Fleischerzeugung muss mit entsprechenden Abgaben (zum Beispiel Stickstoffabgabe, Pestizidabgabe) belastet werden, um bei den Produzenten Anreize für möglichst umweltverträgliches Handeln zu schaffen.

Die Anwendung des Verursacherprinzips stellt einen wichtigen Anreiz für den Einsatz von umweltverträglicheren Verfahren auch in der konventionellen Agrarwirtschaft dar. Das Verursacherprinzip leistet einen Beitrag zu mehr Kostenwahrheit. Die bisherige Situation bürdet diese Kosten der Allgemeinheit auf und führt zu Wettbewerbsnachteilen für ökologische Produzenten.

Die aus der Anwendung des Verursacherprinzips resultierende geringere Preisdifferenz auf der Erzeugerebene wird Angebot von und Nachfrage nach hochwertigem konventionellen Fleisch und Ökofleisch signifikant erhöhen.

Dokumente & Links

2. Die Vertriebskosten für Ökofleisch müssen sinken
Intelligente Logistik statt exotischer Sonderlösungen

Die Agrar-Fleischwende kann nur mit den Supermärkten, nicht gegen sie, stattfinden.

Die Einzelhandelskonzerne müssen bestehende Vertriebsnetze und Logistik auch für den Vertrieb von qualitativ hochwertigem, konventionellem Fleisch und von Ökofleisch einsetzen. Dann sinken die Vertriebskosten und die Nachfrage für solche Fleischqualitäten steigt.

Zeitlich begrenzte finanzielle Anreize sollen es für große Einzelhandelsketten wirtschaftlich attraktiv machen, Ökofleisch und qualitativ hochwertiges konventionelles Fleisch zu vertreiben. Diese Maßnahmen sollen aus den Umweltabgaben (siehe oben) finanziert werden.

Die Nachfrage nach Qualitätsfleisch bei Großabnehmern ankurbeln

Durch staatliche finanzielle Anreize kann der Umstieg von öffentlichen oder halböffentlichen Großküchen auf qualitativ hochwertiges Fleisch und Ökofleisch forciert werden (Mensen, Kliniken, Behörden). Solche Maßnahmen sollen ebenfalls aus den Umweltabgaben (siehe oben) finanziert werden.

Dokumente & Links

3. Werbung als WertGebung und Kennzeichnung für Qualitätsfleisch

Fleisch ist ein Lebensmittel, dem die Werbung seinen Wert zurückgeben muss. Fleisch ist nicht gleich Fleisch, deshalb müssen Qualitätsunterschiede differenziert erklärt und gekennzeichnet werden. Werbung, die nicht differenziert, wirbt - wenn überhaupt - für Masse, nicht für Klasse. Fleischkennzeichnung auf Produkten und in Verkaufsräumen, die wesentliche Qualitätsunterschiede nicht für jeden erkennbar werden lässt, ist Verbrauchertäuschung.