Folgerungen aus der "Schnitzelstudie"
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24.03.2004
Der Preisunterschied zwischen Ökofleisch und konventionellem Fleisch wäre kleiner, wenn produktionsbedingte Umweltkosten vom Verursacher getragen werden müssten und die Vertriebskosten für Ökofleisch durch einen höheren Absatz sinken würden.
Auf den folgenden Seiten finden Sie die Folgerungen aus der
IÖW-Studie, siehe PDF-Dokument Seite VIII - X.
Unterstützt durch effektive
Werbung und Kennzeichnung könnte die Anwendung des Verursacherprinzips bei den
Umweltkosten den Absatz von Ökofleisch so stark ankurbeln, dass die verkaufte
Menge ausreicht, um die Vertriebskosten für Ökofleisch von derzeit 9,30 Euro/kg
deutlich abzusenken. Mit beispielsweise 6 Euro/kg könnte man sich dem Niveau
der Vertriebskosten für konventionelle Ware annähern (5,30 Euro/kg) und damit
das Ökoschnitzel zu einem Endverkaufspreis von 8,70 Euro/kg anbieten. Der
Preisunterschied an der Ladentheke beliefe sich unter Einbeziehung der Umweltkosten
auf ganze 1,20 Euro oder 16 Prozent.
Je mehr Ökofleisch im Supermarkt, desto billiger
Wenn mehr Ökofleisch im Supermarkt angeboten wird, führt das zu konkurrenzfähigen Preisen und höherem Absatz. Die Handelskette "Edeka Nord" vertreibt ihr Markenfleischprogramm "Gutfleisch" sowohl in konventioneller
Qualität als auch in Bio-Qualität. "Gutfleisch Bio" macht dabei 10 Prozent des
Fleischumsatzes aus (im Vergleich zu 0,5 Prozent Marktanteil von Ökofleisch bundesweit). Vergleichbare Zahlen gibt auch der mittelständische
Lebensmittelhändler "tegut" (cirka 300 Filialen) an.
Der Thekenpreis für ein Kilo
Öko-Schweineschnitzel beträgt bei Edeka-Nord 8,50 Euro/kg. Die Preisdifferenz
zum konventionellen Fleisch beläuft sich damit auf nur 1,50 Euro oder 22 Prozent.
Im Unterschied zu anderen
großen Lebensmittel-Ketten werden viele Edeka-Filialen von selbstständigen
Kaufleuten geführt. Diese nehmen das unternehmerische Risiko des Mehrpreises
für Ökofleisch oftmals aus persönlicher Überzeugung in Kauf. Ähnliches gilt für
den Eigentümer von "tegut".
In anderen Supermarktketten machen
die Konzernzentralen strenge Vorgaben für die pro laufendem Meter Kühltheke
innerhalb einer bestimmten Zeit zu verkaufenden Fleischmengen. Für sie sind die
umgeschlagenen Ökofleischmengen zu klein, um sich zu rentieren.
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