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Die Ergebnisse der IÖW-Studie "Schnitzelpreis"



Die Ergebnisse der IÖW-Studie

24.03.2004

Warum gibt es so große Preisunterschiede zwischen Schweinefleisch in Ökoqualität und konventionellem Schweinefleisch? Der wichtigste Grund: Bei der konventionellen Fleischerzeugung fallen hohe Kosten für Umweltschäden an, die nicht eingerechnet werden.

 

Auf den folgenden Seiten finden Sie die Zusammenfassung der Ergebnisse der IÖW-Studie, siehe PDF-Dokument Seite VI - VIII.

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Biobauern haben höhere Kosten

Die um 60 Prozent höheren Erzeugerpreise des Ökoschnitzels resultieren zum einen aus höheren Kosten für Ferkel und Futter, längerer Mastdauer, tiergerechter Haltung und höheren Personalkosten.

Landwirte zahlen nicht für Umweltschäden

Zum anderen resultiert der Preisunterschied daraus, dass die bei der Produktion eines Schnitzels entstehenden Umweltschäden nicht von den Landwirten bezahlt werden müssen und dass diese Schäden bei konventioneller Produktion erheblich höher sind als bei ökologischer Produktion. Es handelt sich um Schäden, die durch Kohlendioxid-Emissionen (Treibhauseffekt) sowie durch die Verschmutzung von Wasser mit Phosphaten, Nitraten und Pflanzenschutzmitteln verursacht werden. Für diese Schäden muss die Allgemeinheit bezahlen. Die Kosten tauchen deshalb im Erzeugerpreis eines Schnitzels nicht auf. Bei der ökologischen Produktion fallen diese Kosten in weit geringerem Umfang an, weil zum Beispiel im Futteranbau auf Spritzmittel und Mineraldünger verzichtet wird.

Bei der Erzeugung von einem Kilogramm Ökoschnitzel werden im Vergleich zur konventionellen Produktion eingespart:

Dafür fällt ein Mehrbedarf an von


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Müssten die Erzeuger von konventionellem Fleisch die wahren Umweltkosten (rund 45 Cent pro Kilo Fleisch) bezahlen, so würde sich die Differenz der Gesamtproduktionskosten im Vergleich zum Ökofleisch von 83 auf 38 Cent verringern (von 58 auf 20 Prozent). Statt 1,43 Euro/kg müsste der konventionell wirtschaftende Landwirt 1,90 Euro/kg verlangen. Die Umweltkosten der ökologischen Erzeugung sind weitaus geringer: Der Ökolandwirt müsste statt 2,26 Euro/kg dann 2,28 Euro/kg verlangen.

Die enorme Differenz von fast 90 Prozent beim Endverkaufspreis kommt vornehmlich durch die hohen Vermarktungskosten für Ökofleisch zustande. Die Mengen des gehandelten Öko-Fleisches sind klein (der Marktanteil beträgt nur 0,5 Prozent). 61.000 Öko-Schweinen stehen 10,5 Millionen Mastschweine gegenüber. Ökofleisch ist ein Nischenprodukt innerhalb des hochgradig rationalisierten Systems heutiger Schweinefleischproduktion. Deshalb sind die Vertriebskosten und die damit verbundenen Investitionen für gesonderten Transport, Schlachtung, Zerlegung und anschließende Verteilung von Ökofleisch in die Läden relativ hoch. Das senkt gleichzeitig die Nachfrage. Hohe Vertriebskosten und geringe Nachfrage bedingen sich gegenseitig.

Im Vergleich zu konventionellem Schweinefleisch fallen für ein Kilo ökologisch erzeugtes Schweinefleisch an:

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Die Differenz der Endverkaufspreise wird durch den Umstand vergrößert, dass vom Ökofleisch nur die Edelteile (Schinken, Filet, Schnitzel) zu Ökopreisen abgesetzt werden können. So genanntes Verarbeitungsfleisch, zum Beispiel Bauch für die Herstellung von Wurst, muss dagegen größtenteils zum konventionellen Preis für die Wurstfabrikation abgesetzt werden. Das betrifft insgesamt etwa die Hälfte des Schlachtkörpers.

Entsprechende Absatzmöglichkeiten für Biowurst sind nicht soweit entwickelt, dass alles Verarbeitungsfleisch auf diese Weise im Markt untergebracht werden könnte. Wenn neben den Edelstücken auch das Verarbeitungsfleisch zu ökologischen Preisen abgesetzt werden könnte, wären dagegen Preissenkungen bei den Edelstücken an der Ladentheke möglich.

Kleinmengenzuschläge bei Erfassung, Schlachtung und Weiterverarbeitung sowie die Tatsache, dass nur die Hälfte des Ökoschweins als Ökofleisch vermarktet werden kann, summieren sich zu Mehrkosten beim Vertrieb von Ökofleisch von insgesamt 4 Euro/kg.

Findet die Agrarwende im Supermarkt statt?
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Tabelle und Infografik zeigen: Werden Umweltkosten bei der Erzeugung eingerechnet und die Vertriebsstrukturen von Supermärkten auch für Ökoware genutzt, verringert sich der Mehrpreis für das Ökoschnitzel von 86 auf 14 Prozent.


Preis konventionell
Preis
ökologisch
Preisunterschied
in Euro
Preisunterschied
in Prozent
Erzeugerpreis (ohne Umweltkosten) 1,43 € 2,26 € 0,83 €
58 %
Erzeigerpreis (mit Umweltkosten) 1,90 € 2,28 € 0,38 € 20 %
Ab Schlachthof (ohne Umweltkosten)
1,66 €
2,70 € 1,04 € 63 %
Vertrieb (ohne Umweltkosten)
5,30 € 9,30 € 4,00 €
76 %
Thekenpreis (Durchschnitt, ohne Angebotsware)
7,00 €
13,00 €
6,00 €
86 %
Thekenpreis in Supermärkten, die konventionelles und Ökofleisch anbieten (Edeka Nord)
7,00 €

8,50 € 1,50 €
22 %
Thekenpreis (Durchschnitt, mit Umweltkosten)
7,50 € 12,02 € 4,52 € 60 %
Thekenpreis Edeka Nord (mit Umweltkosten)
7,50 €
8,52 €
1,02 € 14 %