Kopfnavigation überspringen
Kopfnavigation und Hauptnavigation überspringen
Zurück zur Startseite foodwatch - die essensretter
Jetzt suchen!

Jetzt Förderer werden! Newsletter bestellen

Ampelkennzeichnung

versenden drucken

Studie: Ampelfarben werden am besten verstanden




Studie: Ampelfarben werden am besten verstanden

08.09.2009

"Die Ampel ist tot", tönen Lobbyisten der Lebensmittelindustrie. Falsch: Die Ampel lebt! Zwar wollen EU und Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner die verbraucherfreundliche Nährwert-Kennzeichnung verbieten. Doch der Widerstand in der Wirtschaft bröckelt, und der Ruf nach der Ampel wird immer lauter...

 

Die Lebensmittelhersteller verweigern sich keineswegs geschlossen einer verbraucherfreundlichen Ampel-Kennzeichnung. Der mittelständische Tiefkühlprodukte-Hersteller Frosta kündigte am 3. Juni 2009 auf einer Pressekonferenz mit foodwatch in Berlin an, als erster Hersteller in Deutschland freiwillig die Ampelkennzeichnung einzuführen. Eine Transparenz-Initiative, die zeigt: Es geht! Ehrliche Verbraucherinformation ist für die Industrie machbar, wenn sie nur will.

Krankenkassen fordern: Ampel-Verbot muss vom Tisch!

Anders als Frosta ignoriert Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) bislang die Forderung der Bürger nach einer verständlichen Nährwert-Kennzeichnung – und billigt sogar den Kurs der Europäischen Kommission, die die Ampelkennzeichnung EU-weit verbieten will. Doch der Druck auf Aigner wächst. Am 27. August 2009 veröffentlichten die deutschen Krankenkassen einen gemeinsamen Appell an die Bundesregierung. Ihre zentrale Forderung: Das Ampel-Verbot muss vom Tisch! Damit ist das gesellschaftliche Bündnis für die Ampel noch einmal größer geworden.

Studie zeigt: Ampelfarben und Text am besten verständlich

Die bislang umfassendste vergleichende Studie über die Verständlichkeit verschiedener Kennzeichnungssysteme zeigt: Am besten werden Modelle verstanden, bei denen die Ampelfarben und Text kombiniert werden. Ob eine Kombination von Text (hoch/mittel/niedrig) und Ampelfarben (rot/gelb/grün) oder eine Kombination von Text, Ampelfarben sowie GDA-Angaben. Durchgeführt wurde die Studie von der britischen Lebensmittelbehörde FSA (Food Standards Agency). Unabhängige Wissenschaftler kamen nach ausführlicher Prüfung zu dem Ergebnis, diese Studie sei bezüglich ihrer Methodik und Validität "als eine hervorragende Leistung einzustufen“.

Die Mehrheit der Industrie und Ministerin Aigner halten aber weiter am reinen, irreführenden GDA-System fest. Bereits heute ist die so genannte GDA-Kennzeichnung auf Produkten zu finden. Die Nährwerte werden dabei mit Zahlen- und Prozentangaben angegeben – diese beziehen sich jedoch auf unterschiedlich große Portionen. Dadurch können Verbraucher keine Vergleiche anstellen, Hersteller ihre Produkte aber durch unrealistisch kleine Portionen schönrechnen.

Mehrheit der Bürger will die Ampel

Die Meinung der Bürger ist klar: 69 Prozent sprachen sich im Juli 2009 in einer repräsentativen Emnid-Umfrage für die Ampel aus. Damit ist die Zustimmung für die Nährwertangaben in Rot, Gelb und Grün von 67 Prozent innerhalb eines halben Jahres noch einmal gestiegen. 8 von 10 Bundesbürgern (77 Prozent) sagen zudem Nein zum Ampel-Verbot in Brüssel. Bereits im September 2008 hatten die Verbraucherschutzminister der Länder die Bundesregierung aufgefordert, sich in Europa für eine verpflichtende Lebensmittelkennzeichnung mit den Ampelfarben einzusetzen – wie von foodwatch gefordert. Auch Seehofer sprach sich "ohne Wenn und Aber" für die Ampel aus.

Ministerin Aigner entlarvt sich als Ampel-Gegnerin

Seehofers Nachfolgerin jedoch lehnt es ab, sich gegen das in Brüssel geplante Ampel-Verbot stark zu machen. Die Europäische Union plant ein neues Gesetz zur Vereinheitlichung der Nährwertangaben. Bleibt es bei den derzeitigen EU-Plänen, finden Verbraucher auf ihren Lebensmitteln bald Nährwertangaben in Tabellenform – industriefreundlich und ohne Farben. Abweichungen in den einzelnen Mitgliedstaaten, etwa eine verbraucherfreundliche, farbliche Hinterlegung der Angaben, wären ausdrücklich verboten. Zu diesem Ergebnis kommt Sabine Schlacke, Professorin für Öffentliches Recht an der Universität Bremen, in einem Rechtsgutachten für foodwatch.

Doch anstelle sich in Europa für die Ampel einsetzen, wie es sich die Mehrheit der Bürger wünscht, spielt Ilse Aigner ein Doppelspiel: Während sie hierzulande neuerdings Offenheit für die Ampel vorgaukelt, glänzt sie im EU-Ministerrat weiterhin durch vorsätzliches Nichtstun. Das Mindeste ist, dass sich Aigner gegen das Ampel-Verbot engagiert und nicht auch noch daran mitarbeitet. Wir fordern Frau Aigner dazu auf, dieses Versäumnis endlich zu beseitigen und im EU-Ministerrat Nein zum Ampel-Verbot zu sagen.


Lassen Sie sich das nicht gefallen, schreiben Sie an Frau Aigner!

Ministerin Aigner will der Industrie helfen, eine verbraucherfeindliche Kennzeichnung in Europa durchzusetzen – gegen die überwältigende Mehrheit der Bürger und den klaren Auftrag der Länder. Lassen Sie sich das nicht gefallen, schreiben Sie an die Ministerin und fordern Sie die Ampel! Jetzt mitmachen »

 
_

Weitere Informationen zum Thema

  • Rot, Gelb, Grün für leicht verständliche Information
    Rot, Gelb, Grün für leicht verständliche Information foodwatch orientiert sich bei seiner Ampel-Forderung am Modell der britischen Lebensmittelbehörde Food Standards Agency (FSA). Diese hat Kriterien festgelegt, nach denen der Gehalt an Nährwerten als gering (grün), mittel (gelb) und hoch (rot) eingestuft wird.

  • Die Vorwürfe der Industrie gegen die Ampel...
    ... und warum sie ins Leere laufen. Contra & Pro zur Ampelkennzeichnung: foodwatch widerlegt an dieser Stelle die zehn häufigsten Argumente der Wirtschaftslobby gegen die verbraucherfreundlichste Form der Nährwertkennzeichnung.

  • Der Industrie-Vorschlag GDA: Zahlen und Prozente
    Der Industrie-Vorschlag GDA: Zahlen und Prozente GDA steht für "Guideline daily amount", was soviel bedeutet wie "Richtlinie für den täglichen Bedarf". Zahlenangaben kennzeichnen den Gehalt an Kalorien, Zucker, Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz pro Portion. Prozentangaben sollen über den Anteil am täglichen Bedarf informieren.

  • GfK-Studie belegt: Ampel funktioniert, GDA verwirrt
    GfK-Studie belegt: Ampel funktioniert, GDA verwirrt Die Nährwert-Ampel wird von den Verbrauchern verstanden, die so genannte GDA-Kennzeichnung der Lebensmittelindustrie dagegen führt in die Irre. Das belegt eine Studie des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag von foodwatch.

  • Wissenschaft spricht für Ampelfarben
    Wissenschaft spricht für Ampelfarben Die Kombination von Ampelfarben und Text ist entscheidend für die Verständlichkeit von Nährwertinformationen. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt die bislang umfassendste vergleichende Studie über die Verständlichkeit verschiedener Kennzeichnungssysteme.

  • Die EU will die Ampel verbieten – und Aigner spielt mit
    Die EU will die Ampel verbieten – und Aigner spielt mit Die Europäische Kommission will die Nährwert-Ampel verhindern. Geplant ist sogar, Deutschland die Einführung der Ampel auf nationaler Ebene zu verbieten, wie ein Rechtsgutachten belegt. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner unterlässt es, dagegen vorzugehen.

  • 77 Prozent der Bürger sagen Nein zum Ampel-Verbot
    77 Prozent der Bürger sagen Nein zum Ampel-Verbot Die Zustimmung zur Ampel steigt weiter: In einer repräsentativen Emnid-Umfrage fordern 69 Prozent der Befragten die Bundesregierung auf, sich für Nährwertangaben in Rot, Gelb, Grün einzusetzen – im Januar waren es 67 Prozent. Acht von zehn Bürger verlangen zudem eine Abkehr vom geplanten EU-weiten Ampel-Verbot.

  • Krankenkassen fordern: Ampel-Verbot muss weg!
    Krankenkassen fordern: Ampel-Verbot muss weg! Wichtiges Signal für die Ampel: Die Krankenkassen in Deutschland haben sich heute für die verbraucherfreundliche Form der Nährwertkennzeichnung ausgesprochen. In einem gemeinsamen Appell rufen sie die Bundesregierung dazu auf, in Brüssel aktiv zu werden: Das geplante EU-weite Verbot der Ampelkennzeichnung muss vom Tisch!

  • Smacks, Du darst & Co: Gute Gründe für die Ampel
    Smacks, Du darst & Co: Gute Gründe für die Ampel foodwatch hat testweise Produkte mit der Ampelkennzeichnung versehen: Kinderlebensmittel, Wellnessprodukte, Saucen sowie vermeintliche "Light"-Produkte – die Ampelkennzeichnung legt schonungslos offen, was wirklich in den Produkten steckt.

  • Breite Zustimmung für die Ampel
    Breite Zustimmung für die Ampel Ein breites Bündnis will die Nährwert-Ampel: Verbraucherschützer, Krankenkassen, Ärztevertreter, Patientenorganisationen, Politiker aller Lager und eine klare Mehrheit in der Bevölkerung. Nur die Entscheidungsträger in EU und Bundesregierung tun sich schwer – eine Chronologie.

  • Freiwillige Initiative von Frosta zeigt: Es geht!
    Freiwillige Initiative von Frosta zeigt: Es geht! Tiefkühlprodukte-Hersteller Frosta bringt Bewegung in die Debatte um die Nährwert-Kennzeichnung: Als erstes Unternehmen in Deutschland führt der Mittelständler die Ampel ein. Ab August werden die neuen Verpackungen im Handel sein.

  • Briten kaufen mit der Ampel bewusster ein
    Briten kaufen mit der Ampel bewusster ein Seit März 2006 finden die Kunden in britischen Supermärkten Produkte mit der Ampelkennzeichnung. Die Erfahrungen zeigen: Die Ampelkennzeichnung wird verstanden - und zwar schnell und richtig. Käufer nutzen sie vor allem, um sich zwischen ähnlichen Produkten zu entscheiden.

  • Für die Ampelkennzeichnung: Mitmachen!
    Für die Ampelkennzeichnung: Mitmachen! Fordern Sie Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner auf, sich für die Ampelkennzeichnung bei Lebensmitteln einzusetzen. Unterstützen Sie jetzt online den Protest von foodwatch!