Die Lebensmittelindustrie kämpft gegen die Ampelkennzeichnung. Sie will eine Kennzeichnung ausschließlich mit Zahlen und Prozenten durchsetzen. Dabei sind Zahlenangaben für Verbraucher schwer zu erfassen. Ein Video zeigt: Selbst der oberste Lobbyist der Lebensmittelindustrie hat damit Probleme.
Lebensmittelkennzeichnung gehe nun einmal nur mit Zahlen, behauptete BLL-Geschäftsführer Matthias Horst in Frontal 21 (ZDF). Dass dem nicht so ist, zeigt bereits das Beispiel Großbritannien. Natürlich geht es auch mit Farbe! Zumal es mit den Zahlen doch manchmal wirklich recht kompliziert ist. Aber überzeugen Sie sich selbst, wie nicht nur Verbraucher, sondern auch Cheflobbyist Professor Horst persönlich im Kampf mit den Zahlen scheitern:
Lobbyverband startet Großoffensive gegen die Nährwert-Ampel
Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), die größte Lobbyvereinigung in Deutschland, hat seine Mitglieder zur Großoffensive gegen die Ampel aufgefordert. Das geht aus einem internen Rundschreiben hervor, das foodwatch vorliegt. In diesem fordert der BLL seine Mitglieder dazu auf, Politiker in ihrer Region anzusprechen und dafür zu sorgen, dass die "oft anfänglich vorhandene Sympathie in Ablehnung dieser Art der Lebensmittelkennzeichnung" umschlägt. Immer wieder ist in dem Schreiben von den drohenden "wirtschaftlichen Auswirkungen" die Rede. Die Unternehmen haben schlicht Angst, dass niemand mehr ihre überzuckerten Produkte kauft - aber genau das ist ja der Sinn einer solchen Kennzeichnung.
Die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe – und Menschen in den Hunger. Der aktuelle foodwatch-Report „Die Hungermacher“ (Okt. 2011, german - english - french).
„Wellness“, „Gesundheit“, „Tradition“ und sogar „bio“ – wie wir beim Einkaufen nach Strich und Faden belogen werden. Das Buch „Die Essensfälscher“ von Thilo Bode ist am 8. September erschienen (S. Fischer Verlag, 14,95 Euro).