
Industrie-Modell GDA |

20.11.2008
Die GDA-Kennzeichnung hat die Industrie in enger Zusammenarbeit mit dem damaligen Bundesverbraucherminister Horst Seehofer entwickelt. Unternehmen wie Nestlé und Kellogg´s verwenden sie bereits in einer Art Vorwärtsverteidigungsstrategie, um eine farbliche Kennzeichnung zu verhindern. Die GDA ist bei den Herstellern deshalb so beliebt, weil sie damit ihre Produkte ganz einfach schönrechnen können:
Auch bei den speziell für Kinder beworbenen Produkten wird der Kalorienbedarf für einer erwachsenen Frau angesetzt (2000 kcal). Bezogen auf den täglichen Kalorienbedarf von Kleinkindern wären die Prozentangaben beispielsweise auf den Fruchtzwergen von Danone viel höher.
Die GDA-Angaben beziehen sich auf eine Portion, deren Größe der Hersteller selbst wählt. Je kleiner die Portion, desto kleiner wird natürlich die Prozentangabe und damit der Anteil an der empfohlenen Verzehrsmenge pro Tag. Wie britische Studien gezeigt haben, essen die Menschen durchschnittlich größere Portionen, als die Hersteller ansetzen. Unterschiedlich große Portionen machen es zudem sehr schwer, Produkte miteinander zu vergleichen. Der Kunde müsste, wenn er die unterschiedlichen Bezugsgrößen überhaupt bemerkt, die enthaltenen Mengen an Fett, Zucker und Salz erst umrechnen.
Der Richtwert, auf dem die GDA-Angaben fußen, ist vom Europäischen Verband der Lebensmittelindustrie (CIAA) selbst festgesetzt worden. Insbesondere der Richtwert für Zucker ist dabei wissenschaftlich umstritten. "Es entsteht der Eindruck, dass bei Zucker eine "günstige" (willkürliche) Berechnung gewählt wurde", urteilt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung über den Zucker-Referenzwert der CIAA.
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