Kopfnavigation überspringen
Kopfnavigation und Hauptnavigation überspringen
Zurück zur Startseite foodwatch - die essensretter
Jetzt suchen!

Jetzt Förderer werden! Newsletter bestellen

foodwatch-Umfrage 2008

Umfrage: Bürger wollen Pflicht-Kennzeichnung




Umfrage: Bürger wollen Pflicht-Kennzeichnung

16.09.2008

Eine farbliche Kennzeichnung der Gehalte an Zucker, Fett und Salz ist nur dann sinnvoll, wenn alle Hersteller mitmachen müssen. Denn niemand würde eine rote Ampel auf seine Produkte drucken, wenn er das nicht muss. Bestätigt wird diese Forderung durch eine repräsentative Emnid-Umfrage im Auftrag von foodwatch. 84 Prozent der Deutschen sprechen sich für eine verpflichtende Kennzeichnung mit einheitlichen Symbolen nach den Ampelfarben aus.

 

Aktuell wird die Frage disktuiert, ob eine farbliche Nährwert-Kennzeichnung eingeführt werden soll und ob diese freiwillig oder verpflichtend sein sollte. foodwatch hält nur eine verpflichtende Kennzeichnung für sinnvoll. Wäre die Kennzeichnung freiwillig, würden gerade die Hersteller, deren Produkte rote Signale bekommen würden, auf eine Ampel verzichten. Beispiel Kinderketchup "Ketchupi": Knorr wirbt für das Produkt wird mit "30% weniger Zucker". Der Ketchup bekäme für seinen hohen Zuckergehalt aber eine rote Ampel. Das ließe sich schlecht mit dem gewünschten Werbeeffekt in Einklang bringen. Auf eine freiwillige Ampelkennzeichnung würde Knorr deshalb sicher gerne verzichten. (Mehr Produktbeispiele siehe Fotostrecke.) Hersteller unproblematischer Produkte würden die Ampelkennzeichnung hingegen sicher gerne nutzen: Als zusätzliche Möglichkeit, für ihre Produkte mit grünen Ampeln zu werben.

Ziel einer Nährwertkennzeichnung ist vor allem eine bessere Vergleichbarkeit verschiedener Produkte. Tragen einige Produkte eine Ampelkennzeichnung, andere nicht, würde dieses Ziel nicht erreicht. Statt dessen gäbe es nur zusätzliche Verwirrung bei den Verbrauchern. Es könnte sogar der Eindruck entstehen, Produkte ohne Ampel seien besser als die mit Kennzeichnung.

Umfrage: Bürger wollen verpflichtenden Ampelkennzeichnung

Repräsentative Umfragen sowohl vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (siehe BMELV-Umfrage) als auch von foodwatch haben ergeben, dass eine Mehrheit der Bundesbürger die Ampelkennzeichnung auf Lebensmitteln will. 84 Prozent der Befragten sprachen sich in einer von foodwatch in Auftrag gegebenen Emnid-Umfragefür eine verpflichtende Kennzeichnung mit einheitlichen Symbolen nach den Farben rot, gelb und grün aus.

Nationale Regelung möglich

Die europäische Kommission hat im Januar 2008 eine europaweit verpflichtende Nährwertkennzeichnung vorgeschlagen. Wie diese konkret aussehen wird, soll den Mitgliedsstaaten überlassen bleiben. Bundesverbraucherminister Horst Seehofer wollte zunächst ganz nach den Wünschen der Industrie eine Kennzeichnung mit Zahlen- und Prozentenangaben durchsetzen, die sogenannte GDA-Kennzeichnung (guideline daily amount). Inzwischen steht jedoch nach massivem Druck durch die Öffentlichkeit - auch auf Grund der foodwatch-Kampagne - eine farbliche Kennzeichnung zur Debatte. Auf der Verbraucherministerkonferenz am 19. September 2008 will Bayern einen Vorschlag für eine Kennzeichnung mit den Ampelfarben vorlegen.

Saucen zum Würzen von Grillgut oder Salat enthalten oft sehr viel Zucker, Fett und vor allem reichlich Salz. Erkennen kann der Verbraucher das nicht. foodwatch hat für 13 Saucen eine Ampelkennzeichnung erstellt. Bei fünf zeigt die Ampel beim Zuckergehalt gelb, bei fünf rot - auch beim Kinderketchup "Ketchupi" mit "30% weniger Zucker" von Knorr (Fotostrecke). mehr»