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Fitness-Produkte

Fett statt fit: Zu viel Zucker in Fitness-Lebensmitteln


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So tricksen die Hersteller

Bei den GDAs können die Hersteller ihre Produkte ganz einfach schönrechnen. Mit folgenden Tricks erreichen sie niedrige Prozentwerte:

Trick Nr. 1:

Die GDA-Angaben beziehen sich auf eine Portion, deren Größe der Hersteller selbst wählt. Je kleiner die Portion, desto kleiner wird natürlich die Prozentangabe und damit der Anteil an der empfohlenen Verzehrsmenge pro Tag. Wie britische Studien gezeigt haben, essen die Menschen durchschnittlich größeren Portionen, als die Hersteller ansetzen.

Der Effekt dieses Hebels wird deutlich beim Vergleich der verschiedenen "Du darfst"-Produkte: Obwohl zum Beispiel die Salami etwa doppelt so viel Salz enthält wie der "Fleischsalat", zeigt der GDA-Wert dort nur 5 Prozent, beim Fleischsalat dagegen 14 Prozent. Der Grund: "Du darfst"-Hersteller Unilever geht davon aus, dass täglich nur drei dünne Scheiben Salami, also 11 Gramm, aufs Brot kommen, von der Schale Fleischsalat (200 g) hingegen 50 Gramm als eine Portion gegessen wird.

Anders die Ampelkennzeichnung: Sie bezieht sich immer auf 100 Gramm und kennzeichnet beide Produkte mit dem exakten Salzanteil (Salami = 3,6 g Salz je 100 g Produkt; Fleischsalat = 1,7 g Salz je 100g Produkt) - und mit der Farbe Rot. Die Ampel zeigt also beide Produkte als das, was sie sind: nämlich stark salzhaltige Lebensmittel.

 

Trick Nr. 2:

Die Richtwerte, auf denen die GDA-Angaben fußen, hat der Europäische Verband der Lebensmittelindustrie (CIAA) selbst festgesetzt. Insbesondere der Richtwert für Zucker ist wissenschaftlich umstritten. "Es entsteht der Eindruck, dass bei Zucker eine "günstige" (willkürliche) Berechnung gewählt wurde", urteilt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung über den Zucker-Referenzwert der CIAA.

Klare Signale durch die Ampel

Die Gegenüberstellung von GDA und Ampel anhand konkreter Produkte zeigt, dass die GDA-Angaben kaum den ernährungsphysiologischen Wert eines Lebensmittels widerspiegeln. In punkto Zucker zum Beispiel zeigen auch rot "geampelte" Produkte in der Regel nur GDA-Werte im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Prozent-Bereich. Die GDA-Angabe der "Fitness Fruits" von Nestlé zeigt beispielsweise nur einen Wert von 16 Prozent, obwohl die Frühstücksflocken zu 35 Prozent aus Zucker bestehen. Eine rote Ampel beim Zuckergehalt signalisiert dagegen eindeutig, dass dieses Produkt eher als Süßigkeit einzustufen ist und nicht täglich verzehrt werden sollte.

Ampel- und GDA-Kennzeichnung für Nestlé "Fitness Fruits"

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