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Saucen und Ketchup

Rot für Knorr-"Ketchupi" trotz "weniger Zucker"


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Vergleich GDA und Ampel

Am Beispiel der Würz- und Salatsaucen wird deutlich, dass die GDA-Angaben der Hersteller nicht dazu geeignet sind, dem Verbraucher auf einen Blick die ernährungsphysiologische Wertigkeit eines Lebensmittels zu vermitteln. Bis auf zwei Ausnahmen bleiben alle GDA-Angaben im einstelligen Prozentbereich. Sogar die Zuckerbombe "Asian Summer"-Sauce kommt auf nur 7,2 Prozent des angeblichen Tagesbedarfs an Zucker, die stark fetthaltige "Knoblauch Sauce" von Kühne trägt nach der GDA-Systematik scheinbar nur 7,7 Prozent zum täglichen Bedarf an Fett bei.

Selbst wenn sich der Verbraucher die vielen Zahlen- und Prozentangaben der GDA-Leiste anschauen sollte, erhält er damit keinerlei Signal, dass man mit diesen Lebensmitteln sparsam umgehen sollte. Die Ampelkennzeichnung dagegen würde mit dem roten "Licht" bei Zucker bzw. Fett darauf aufmerksam machen, dass man gut daran tut, die Saucen dezenter einzusetzen.

So tricksen die Hersteller

Bei den GDAs können die Hersteller ihre Produkte ganz einfach schönrechnen. Mit folgenden Tricks erreichen sie niedrige Prozentwerte:

Trick Nr. 1: Erwachsenen-Maßstab für Kinderprodukte

Auch bei speziell für Kinder beworbenen Produkten wird der Kalorienbedarf für einen Erwachsenen angesetzt (2000 kcal).

Trick Nr. 2: Kleine Portionen

Die GDA-Angaben beziehen sich auf eine Portion, die willkürlich gewählt wird. Je kleiner die Portion gewählt ist, desto kleiner wird die Prozentangabe und damit der Anteil an der empfohlenen Verzehrsmenge pro Tag. Der Effekt dieses Hebels wird bei den Würzsaucen und Salatdressings besonders deutlich, denn hier unterstellen die Hersteller den Verbrauchern einen Verzehr von sehr kleinen Portionen. Gerade einmal 15 Milliliter (also zwei bis drei Esslöffel) Knorr "Barbecue Sauce" ist für einen Grillabend vorgesehen. Den Salat würzt man nach Meinung der Hersteller mit rund 30 Milliliter Dressing.

Für die Ampelkennzeichnung dagegen müssen keine mehr oder weniger realistische Annahmen über Portionsgrößen gemacht werden. Einheitliche Bezugsgröße sind hier 100 Gramm, für die Festlegung der Ampelfarben zählt allein der Nährstoffgehalt eines Lebensmittels und damit seine ernährungsphysiologische Bedeutung.

Trick Nr. 3: Großzügige Richtwerte

Die Richtwerte, auf denen die GDA-Angaben fußen, hat der Europäische Verband der Lebensmittelindustrie (CIAA) selbst festgesetzt. Insbesondere die Ableitung des Richtwertes für Zucker ist wissenschaftlich nicht nachvollziehbar. "Es entsteht der Eindruck, dass bei Zucker eine "günstige" (willkürliche) Berechnung gewählt wurde", urteilt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung über den Zucker-Referenzwert der CIAA.

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