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Die "Light"-Masche

Wenn Lightprodukte schwer im Magen liegen


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Fitness und Wellness liegen im Trend – das will die Lebensmittelindustrie in bare Münze umwandeln. Und die Verbraucher greifen gerne zu, wenn Produkte ihnen leichten Genuss und ein gesundes Leben versprechen. Die Nachfrage nach Gesundheits- und Wellness-Produkten beispielsweise ist zwischen 2002 und 2006 um 23 Prozent gewachsen. Doch welche Produkte dürfen überhaupt als "light" vermarktet werden?

Welche Produkte dürfen "leicht" heißen?

Produkte, die Bezeichnungen wie "leicht", "light" oder Ähnliches tragen, müssen mindestens 30 Prozent weniger Fett beziehungsweise Zucker enthalten als herkömmliche Produkte. Dabei muss erkennbar sein, ob sich die Bezeichnung auf den Fett- oder den Zuckergehalt bezieht. Als "energiereduziert" dürfen Produkte dann bezeichnet werden, wenn der Brennwert (Kaloriengehalt) um mindestens 30 Prozent vermindert ist. Dabei müssen die Eigenschaften angegeben werden, die zur Senkung des Brennwertes führen.

Einige Lightprodukte haben es in sich...

Doch wie leicht sind die Lightprodukte wirklich? foodwatch hat 13 "leichte" Lebensmittel näher untersucht und für sie eine Ampelkennzeichnung erstellt, wie sie in Großbritannien auf vielen Produkten verwendet wird. Fazit: Drei der 13 Lightprodukte haben einen hohen Zuckerwert, vier enthalten sehr viel Salz und fünf weisen hohe Gehalte an gesättigten Fettsäuren auf. Vier Light-Lebensmittel enthalten immer noch so viel Fett, dass die Produkte dafür eine rote Ampelfarbe erhalten würden. Die "Streichzarte Teewurst light" von Aldi beispielsweise bekäme für ihren Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren und Salz gleich drei rote Ampelpunkte.

Weniger Fett, dafür mehr Salz
Thomy légère

Besonders irreführend: Häufig enthalten so genannte "Light"-Produkte besonders viel Salz oder Zucker. Offenbar muss kräftig nachgewürzt werden, weil der Geschmacksträger Fett reduziert wurde. So wurde bei "Thomy légère – leichter als Remoulade" zwar der Fettgehalt um rund 85 Prozent reduziert, gleichzeitig aber ist der Salzgehalt mit 3,1 Gramm pro 100 Gramm mehr als doppelt so hoch wie bei der "normalen" Remoulade von Thomy.

 

"Special K"-Flakes von Kellogg's: Zuckerdiät?
Special K von Kellogg's

Kellogg's wirbt für "Special K"-Flakes mit dem Hinweis "1,5% Fett" und empfiehlt "7 Schritte in ein Diät-freies Leben". Wichtigster Schritt ist natürlich, regelmäßig "Special K" zu essen. Wer das tut, lebt tatsächlich Diät-frei - denn eine Zuckerdiät kann nicht funktionieren. Mit 17 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthalten 100 Gramm "Special K" rund sechs Stück Würfelzucker. Klassische Cornflakes aus dem Hause Kellogg's kommen dagegen mit weniger als der Hälfte aus. Mehr Produktbeispiele siehe Fotostrecke.

 

 
Ampelkennzeichnung würde Orientierung bieten - auch bei Lightprodukten

Eis bleibt eine Süßigkeit, auch wenn es "leichter Genuss" heißt. Und "leichte" Chips sind immer noch fettig. Durch die Bezeichnung "leicht" verleiten diese Lebensmittel aber zu falscher Sorglosigkeit: Der Verbraucher gewinnt den Eindruck, hier endlich mal ohne Einschränkung zulangen zu dürfen. Was wirklich in manchen Lightprodukten steckt, erschließt sich den Verbrauchern bisher – wenn überhaupt - nur nach gründlichem Zahlenstudium. Auch die von der Lebensmittelindustrie propagierte GDA-Kennzeichnung mit Zahlen- und Prozentangaben ist dabei keine Hilfe. Die Ampelkennzeichnung würde dagegen auf einen Blick enthüllen, ob sich hinter dem fettreduzierten Lightprodukt eine Zuckerbombe versteckt.


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