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"Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage für die Ampelkennzeichnung"Das ist der Vorwurf: Die Ampelkennzeichnung sei wissenschaftlich nicht abgesichert. Es gebe keinen Beleg dafür, dass die Kennzeichnung von den Verbrauchern richtig verstanden wird, und die Einteilung in Rot, Gelb und Grün sei willkürlich. Das ist richtig: Die Ampelkennzeichnung wurde von der britischen Lebensmittelbehörde FSA in einem langen Prozess entwickelt. Die Definition der Farbumschlagsgrenzen ist mit wissenschaftlichem Sachverstand und unter Beratung von Experten aus Industrie und Verbraucherschutz erfolgt, die Quellen dafür nennt die FSA in ihrem "Technical Guidance". Die Werte gehen zurück auf einen Report der staatlichen britischen Einrichtung Committee on Medical Aspects of Food and Nutrition Policy (COMA) von 1991 und der darin enthaltenen Dietary Reference Values (DRV). Auch bei Energieeffizienzklassen wurden Umschlagswerte definiert
Zudem ist eine solche Festlegung keineswegs so ungewöhnlich, wie die Industrielobbyisten Glauben machen wollen: Bei der Definition von Energieeffizienzstandards für Elektrogeräte (siehe Abbildung) beispielsweise haben sich Verbraucher wie Hersteller längst an ein solches System gewöhnt. In ihrer Argumentation gegen die Ampelkennzeichnung verweisen Industrievertreter gerne auf Untersuchungen wie EUFIC und FLABEL. Diese lassen sich jedoch kaum als unabhängig bezeichnen. EUFIC schreibt über sich selbst (Stand September 2009): "Das EUFIC wird von der Europäischen Kommission und der europäischen Lebensmittel- und Getränkeindustrie mitfinanziert. Es wird von einem Vorstandsgremium geleitet, dessen Mitglieder von den Mitgliedsunternehmen ernannt werden. Derzeit gehören folgende Unternehmen dem EUFIC an: Barilla, Cargill, Cereal Partners, Coca-Cola HBC, Coca-Cola, DSM Nutritional Products Europe Ltd., Ferrero, Groupe Danone, McCormick Foods, Mars, McDonald's, Nestlé, Novozymes, PepsiCo, Pfizer Animal Health, Procter & Gamble, Südzucker, Unilever, und Yakult." Auch die FLABEL-Studie wurde von mehreren Partnern getragen. Darunter gehören erneut EUFIC, zudem auch noch die Handelskette Tesco – die in Großbritannien der erbittertste Gegner der Ampelkennzeichnung war und sich als Vorreiter einer Konkurrenzkennzeichnung hervorgetan hat. Mit anderen Worten: Die Studien, die gegen die Ampel sprechen, wurden finanziert und getragen vom Who is Who der Ampel-Gegner aus der Lebensmittelindustrie. FLABEL kann zudem noch gar nicht bewertet werden: Die Studie begann 2008 und läuft über drei Jahre – sie ist also noch nicht einmal abgeschlossen. Wissenschaft spricht für AmpelfarbenTatsächlich spricht die Wissenschaft eine klare Sprache: Die farbliche Unterlegung der wichtigsten Nährwertangaben erleichtert es den Verbrauchern erwiesenermaßen, diese Informationen wahrzunehmen und zu verstehen. Die umfangreiche Studie der britischen Lebensmittelbehörde FSA über die praktische Verwendung verschiedener Nährwertkennzeichnungssystemen hat klar ergeben: Die Kombination von Ampelfarben und Text (rot=hoch, gelb=mittel, grün=niedrig) wird am besten verstanden. Und auch die Markierung der so genannten GDA-Prozentangaben mit den Ampelfarben und Text führt nachweislich zu einer signifikanten Verbesserung des Verständnisses. Die Studie der FSA ist nachweislich die einzige unabhängige und umfassende Untersuchung der Verständlichkeit von Nährwertkennzeichnungssystemen in der Praxis.
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