foodwatchfoodwatch - die essensretter

10 Argumente

"Die Ampel ist irreführend. Auch gesunde Lebensmittel wie Milch, Vollkornbrot und Olivenöl erhalten rote Punkte und werden als ungesund abgestempelt"



Das ist der Vorwurf: Die rot-gelb-grüne Ampelkennzeichnung sei in Wahrheit Schwarzweiß-Malerei. Lebensmittel wie Olivenöl, Bananen, Vollkornbrot oder Milch also auch viele Grundnahrungsmittel, die als gesund gelten, bekämen einen roten Punkt und stünden plötzlich als ungesund da. Damit setze die Ampel falsche Anreize.

Das ist richtig: Die Forderung nach Einführung der Ampelkennzeichnung bezieht sich auf verarbeitete Produkte, bei denen es häufig sehr große Unterschiede beim Nährwertgehalt gibt, die sich dem Verbraucher bisher nicht erschließen. Auch nach den Gesetzgebungsplänen der Europäischen Union müssten die meisten Grundnahrungsmittel überhaupt nicht gekennzeichnet werden – eine Nährwertdeklaration für "unverarbeitete Erzeugnisse, die nur aus einer Zutat oder Zutatenklasse bestehen" und lose verkaufte Ware ist nämlich nicht vorgesehen. Also zum Beispiel für Bananen, Butter oder Brot in der Bäckerei.

Doch selbst wenn auch andere Produkte mit der Ampelkennzeichnung versehen werden: Diese informiert unbestechlich mit Zahlenangaben darüber, wie viel an Fett, gesättigten Fettsäuren, Zucker und Salz tatsächlich drin ist.

Rot steht für einen hohen Nährwertgehalt, nicht für ungesund

Dabei steht Rot nicht für ungesund und Grün nicht für gesund. Im foodwatch-Ampelmodell sind die Bedeutungen der Farben direkt in der Grafik erklärt: Rot steht für einen hohen, Gelb für einen mittleren, Grün für einen geringen Gehalt am jeweiligen Nährwert. Dies ermöglicht eine schnelle Orientierung zusätzlich zu den Gramm-Angaben.

Selbst wenn man Lebensmittel wie Milch mit der Ampelkennzeichnung versehen würde (siehe Abbildung): Die Grafik bewertet nicht das Produkt insgesamt als gut oder schlecht, sondern sie informiert darüber, was in dem Produkt auch drin steckt. Dabei bekommen alle Lebensmittel nicht einen, sondern stets vier Farbfelder. Anders als oft behauptet, wäre bei Vollmilch keines der Felder rot. Sie zeigten grün (für den Salzgehalt) und gelb (Zucker, Fett und gesättigte Fettsäuren).

Bei Olivenöl würde die Ampel einen hohen Fettgehalt signalisieren, weil Olivenöl eben naturgemäß viel Fett enthält. Dies gilt jedoch für alle Ölsorten – damit steht Olivenöl nicht plötzlich als ungesunderes Produkt da.

Auch bei Vollkornbrot würde die Ampelkennzeichnung nur darüber aufklären, was Tatsache ist: Wenn es viel Salz enthält, zeigte sie auf Rot. Natürlich kann es sein, dass bei Weißbrot dagegen ein gelber Salz-Punkt zu sehen wäre. Die Aussage wäre jedoch nicht, dass Weißbrot in jedem Fall gesünder ist als Vollkornbrot. Sondern dass Weißbrot im Vergleich weniger Salz enthält. Für Menschen wie zum Beispiel Hypertoniker, die auf ihren Salzkonsum achten wollen, eine durchaus hilfreiche Information!