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"Die Ampel teilt Lebensmittel in gute und schlechte Produkte ein und diskriminiert viele Nahrungsmittel"Das ist der Vorwurf: Ernährung ist komplex, die Kennzeichnung mit den Ampelfarben dagegen sei zu vereinfachend. Dadurch würden Lebensmittel in "gute" und "schlechte" Produkte eingeteilt und Lebensmittel mit einem roten Punkt diskriminiert.
Das ist richtig: Nicht eines, sondern vier farbige Felder informieren über den Gehalt an Zucker, Salz, Fett und gesättigten Fettsäuren. Jedes Feld wird unabhängig von den anderen farbig markiert, je nachdem wie hoch der Anteil des betreffenden Nährwertes ist. Das ist so einfach wie möglich und gleichzeitig so komplex wie nötig. Zudem bedeutet Rot nicht schlecht und Grün nicht gut – die Ampelfarben stehen für einen hohen, mittleren oder niedrigen Gehalt am jeweiligen Nährstoff. Dies wird auch erklärt durch die Begriffe "hoch", "mittel" und "niedrig" – direkt in den Farbfeldern neben den Grammangaben. Die große Studie der britischen Lebensmittelbehörde FSA hat ergeben, dass diese Kombination aus Text und Signalfarben das Kennzeichnungssystem ist, das am besten verstanden wird. Die Qualität eines Lebensmittels wird von sehr unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen neben den gesamten Inhaltsstoffen die eingesetzten Rohstoffe, verwendete Zusatz- und Hilfsstoffe, Farb- und Aromastoffe sowie sämtliche Stufen und Prozesse der Herstellung. Eine Kennzeichnung, die alle Fragen der Qualität eines Produkts beantwortet, kann es wegen der nötigen Komplexität kaum geben. Die Ampel konzentriert sich auf die vier wichtigsten Nährwerte und zeigt den Gehalt an Zucker, Salz, Fett und gesättigte Fettsäuren an. Nicht mehr und nicht weniger. Ist die Ampelkennzeichnung verbindlich, werden alle Lebensmittel gleich behandelt. Von Diskriminierung kann also keine Rede sein.
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