"In Großbritannien ist die Ampel gescheitert"
Das ist der Vorwurf: In Großbritannien gebe es gar keine "nennenswerte" Ampelkennzeichnung und auch keine nachweislich positive Erfahrung. Das ist richtig: Auch in Großbritannien haben sich viele Lebensmittelhersteller gegen die Ampelkennzeichnung gewehrt. Die Lebensmittelbehörde FSA konnte sich daher mit ihrer Forderung nach einer verpflichtenden Nährwertkennzeichnung mit Ampelfarben nicht durchsetzen. Dennoch findet dieses System Anwendung, und zwar durchaus weit verbreitet.
Große Handelsketten wie Sainsbury's drucken die Ampelkennzeichnung auf ihren Handelsmarken ab. Mittlerweile tragen in Großbritannien rund 10.000 Produkte die Ampel. Eine Studie der FSA hat gezeigt, dass die Kombination aus Text und Farben das Kennzeichnungssystem ist, das die Verbraucher am besten verstehen. Verbraucher orientieren sich daran und greifen den Auswertungen von Handelsketten zufolge häufiger zu gesünderen Produkten. Außerdem haben viele Hersteller ihre Rezepturen verändert, um rote Punkte zu vermeiden. Die Ampel ist nachweisbar ein echtes Erfolgsmodell – die allerdings eine Schwäche hat: Sie wurde nicht verbindlich eingeführt. Deshalb machen nicht alle Hersteller und Handelsketten mit, und es existieren viele unterschiedliche Ampelgrafiken – für die Orientierung der Verbraucher ist das nicht ideal.
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