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foodwatch und die Alkopops-Debatte




foodwatch und die Alkopops-Debatte

30.05.2005

Während in der Schweiz und anderen Ländern Alkopops längst Gegenstand einer gesellschaftlichen Kontroverse waren, zeigen sich deutsche Behörden und Suchtberatungsstellen bei foodwatch-Recherchen Anfang 2003 ahnungslos. foodwatch macht die Alkopops auch in Deutschland zu einem Diskussionsthema.

 

Im Februar 2003 sendet "ZDF Umwelt" in Zusammenarbeit mit foodwatch einen Magazinbeitrag. Begleitend zur Sendung veröffentlicht foodwatch eine erste Dokumentation mit den Fakten im Internet. Einige Wochen später stellen führende Spirituosenhersteller ihre Jahresbilanzen vor und feiern die "Erfolge" mit den Alkopops. Noch am gleichen Tag veröffentlicht foodwatch aktuelle Daten zum verheerenden Jugendkonsum und trägt das Thema bis in die Wirtschaftsredaktionen der Medien.

Die foodwatch-Position
  • Die Spirituosen-Hersteller maskieren gezielt den Alkoholgehalt in den Alkopops und sind für die Folgen verantwortlich.
  • Die Alkopops-Hersteller müssen ihre Produkte klar kennzeichnen.
  • Der Handel verschärft das Problem: Alkopops gehören im Supermarkt nicht neben alkoholfreie Getränke, Knabbergebäck oder gar Schulartikel, sondern in die Spirituosenabteilung.

Im August 2003 erscheint ein Interview von Familienministerin Renate Schmidt in der "Bild am Sonntag". Die Ministerin und die Drogenbeauftragte der Regierung, Marion Caspers-Merk, berufen sich bei der kritischen Bewertung der Alkopops ausdrücklich auf foodwatch. Kurz darauf kündigen Hersteller die Einführung einer Alterskennzeichnung auf den Flaschen und in der Werbung an. Offensichtlich soll dieser Schritt weitere Sanktionen von den Produzenten abwenden. Doch die gesellschaftliche Debatte mündet in Forderungen nach einer Verteuerung der Alkopops, um Jugendliche vom Kauf abzuhalten. Ergebnis ist eine Sondersteuer auf Alkopops und die Kennzeichnungspflicht - ein Erfolg der foodwatch-Kampagne.